Nachdem ich beim Hallenturnier der Eifel-Jumpers im Februar eine Absage bekommen hatte, war ich nun sehr erfreut, eine Zusage für beide Tage bekommen zu haben. Wegen der doch recht großen Entfernung übernachtete ich dort wie schon beim Turnier in Höfen im Wohnwagen.
In Reetz war alles bestens organisiert und liebevoll vorbereitet. Der Stellplatz für Wohnwagen und Zelte war direkt oberhalb des Turnierplatzes der Eifel-Jumpers, so dass man sehr kurze Wege hatte. Das Wetter war anfangs etwas wechselhaft, wurde dann aber im Laufe der beiden Tage zunehmend besser. Am Sonntag Nachmittag kam die Sonne zum Schluss so stark raus, dass sich einige Teilnehme und Gäste einen leichten Sonnenbrand zuzogen (ich auch). Richter in der Eifel waren Jörg Zenner und Dieter Heinrich.
Samstag, 2.Juli
A-Lauf
Den A3-Parcour, den Dieter Heinrich stellte, hatte es in sich. Schon bei der Parcourbegehung kamen viele Hundeführer aus dem Grübeln nicht mehr heraus. Einerseits gab recht enge Stellen mit entsprechenden Verleitungen und Sprüngen "von hinten", anderer musste man an einigen Stellen aber auch sehr schnell sein, um vor dem Hund bleiben und sicher führen zu können. Die zentrale "Schlüsselstelle" der Parcours war m.E. der Slalom. Nur wenn der Hund in der Lage war, diesen wirklich alleine zu arbeiten, d.h. ohne Hilfe sicher den Eingang treffen und den Slalom dann selbstständig ohne Hilfe abarbeiten, konnte man sich weit genug in Richtung A-Wand absetzten, um den Hund dann "im Vorbeilaufen" in den darunter liegenden Tunnel zu schicken und ihn dann am Tunnelender wiede aufzunehmen und die folgende Sequenz (wieder mit Sprung von hinten) sicher zu führen.
Um es vorweg zu nehmen: das Ergebnis von 24 DIS und nur 1 fehlerfreien Lauf bei 29 Startern zeigt auf der einen Seite, wie schwierig der Parcour war, auf der anderen Seite aber auch, dass der Leistungs-Niveau in der A3 zumindest in unserer Region doch sehr unterschiedlich ist. Den fehlerfreien Lauf schaffte übrigens Mona mit Page, die als letzte auf den Parcour ging und wirklich einen genialen Lauf zeigte. Entsprechend groß war dann auch der Beifall und Jubel unter den Zuschauern.
Wir durften uns (leider) unter die DIS-Läufer einreihen. Die nach der Begehung aufgekommene Hoffnung, diesen Parcour vielleicht doch irgendwie zu schaffen, verflog bei mir schnell, als Bolton den Slalomeingang zwar traf, dann aber gleich wieder raus sprang und ich ihn nochmals neu rein schicken musste. Da ich mich dann auch nicht mehr traute, mich vom Slalom abzusetzen, hat natürlich auch das Timing am Tunnel unter der A-Wand nicht mehr gepasst. 3 Sprünge weiter habe ich dann völlig die Orientierung verloren und Bolton von der falschen Seite über dem Sprung vor dem folgenden Tunnel geführt.... :-(
Jumping
Der Jumpimg Parcour war vom Parcourverlauf her deutlich einfacher zu laufen. Allerdings lockten auch wieder einige Verleitungen in Form von "falschen" Tunneleingängen. Zur Steigerung der Stimmung wurde das Jumping von den Eifel-Jumpers mit fetziger Musik hinterlegt, sofern man sich nicht vor dem Lauf dagegen aussprach. Ich fands klasse und ging mit Musik auf jeden Fall lockerer in den Parcour.
Nach recht gutem und flüssigem Anfang kassierten wir den ersten Fehler wieder am Slalom, wo Bolton mal wieder an der 3. letzten Stange nach links raussprang. So langsam entwickelt sich auch der bisher recht sichere Slalom bei Bolton zum Problemgerät, interessanterweise aber nur im Turnier. Bei Training läuft er absolut sicher. Zum Schluss fiel dann auch noch eine Stange, so dass wir mit 2 Parcourfehlern auf Platz 12 bei 13 gewerteten Teams (von 29) landete. Mit dem Lauf war ich trotzdem recht zufrieden, denn wir sind recht flüssig durchgekommen und alle bei der Begehung überlegten Wechsel und Linien habe wie geplant funktioniert.
Hier ein Video von Maik mit einer Zusammenfassung der Läufe:
Nach der Siegerehrung haben ich dann noch zusammen mit Ivonne, Conni, Martina und einigen weiteren Turnierteilnehmern noch eine schöne Runde mit den Hunden durch die reizvolle Eifellandschaft rund um den Hof Grevenstein gedreht und danach den Tag mit einer Dosensuppe und einem Weizenbier im Wohnwagen ausklingen lassen.
Sonntag, 3. Juli
Nach einem gemütlichen Frühstück im Wohnwagen und eine morgendlichen Gassi-Runde gings dann weiter mir den sportlichen Herausforderungen...
A-Lauf
Der A-Lauf wurde sonntags von Jörg Zenner gestellt. Die Parcours von Jörg haben mir in der Vergangenheit immer gelegen, so auch an diesem Sonntag. Schon die ersten Sequenz von 4 Sprüngen hintereinander, von denen der 2. und der 4. von hinten zu springen waren, fand ich recht interessant. Den zweiten Sprung wollte ich hinterlaufen und Bolton mit einem "Remo" in den Rücken schicken. Beim 4. Sprung waren meine Gedankengänge bei der Begehung wieder viel zu kompliziert. Diesen wollte ich auch hinterlaufen und Bolton dann mit einem Belgier in Richtung Tunnel schicken... Einfach wäre es gewesen, Bolton nach dem Remo rechts zu weiter führen und ihm am 4. Sprung mit einem "außen!" von hinten springen zu lassen , aber warum einfach, wenn auch kompliziert geht... ;-)
Der Remo nach dem Start funktioniert dann auch sehr gut, aber ich konnte mich dann nicht so wie geplant von Bolton absetzten und musste daher an der 4. Hürde etwas improvisieren, was eigentlich unnötig war (wenn ich denn richtig geführt hätte). Am Steg haben wir dann ordentlich Zeit verloren, da Bolton recht langsam darüber lief und eine gefühlte Ewigkeit brauchte, bis er endlich in die Kontaktzone gelaufen war... Den folgenden, recht schwierigen Slalomeingang schafften wir einigermaßen und Bolton tat mir dann auch noch den Gefallen und sprang diesmal nicht raus... Auch im weiteren Parcourverlauf blieben wir fehlerfrei, allerdings verloren wir einiges an Zeit durch zu große Bögen, z.B. bei der 180 Grad Kehre nach dem Sprung vor der Wand und auch bei der Schluss-Sequenz.
Trotzdem war ich glücklich, endlich mal einen 0-Feherlauf geschafft zu haben, auch wenn er hier und da noch etwas hakelig war. Dass unsere Zeit dann doch noch für Platz 5 gereicht hat, hat mich dann überrascht, aber doch sehr gefreut. Die 1 Sekunde, die uns auf den Platz 4 von Yvette mit Ella gefehlt haben, wäre mit engen Bögen sicher drin gewesen. Die über 5 Sekunden schneller Zeit von Diana mit Tess auf Platz 3 hätten wir aber keinesfalls geschafft, dazu sind vieleren wir einfach (noch?) zuviel Zeit auf bei den Kontaktzonengeräten. Aber daran arbeiten wir ja schon seit längerer Zeit (wenn auch mit mäßigem Erfolg)...
Hier das Video dazu:
Jumping
Nach dem doch recht erfolgreichen A-Lauf freute ich mich richtig auf das Jumping. Der Parcourverlauf war sehr schnell und gar nicht so einfach. Insbesondere der lange, gestreckte Tunnel und die danachfolgenden, nach rechts führenden Sprünge wurden einigen Teams zum Vergängnis, da viele triebige Hunde nach den Tunnel den Verleitungssprung schräg geradeaus nahmen.. Entsprechend unterschiedlich waren auch die Lauflinien bzw. Führtechniken für diese Sprünge nach dem Tunnel. Einge Hundeführer hinterliefen die als Welle zu laufenden Hürden und führten den Hund rechts, andere blieben vor den Hürden und führten den Hund links. Ich entschied mich bei der Begehung für ein "Mittelding" und wollte zwischen den Hürden die Seite wechseln.. Zum Ende des Parcours wurde es dann auch noch mal spannend, denn nach dem nochmals zu durchlaufenden langen Tunnel gings natürlich nicht über die geradeaus "lockende" Verleitungshürde, sondern nach links weg...
Wie so oft kam es dann in der Praxis etwas anders als geplant... Die Startsequenz und die Hürden nach dem langen Tunnel klappten gut, Bolton ließ sich schön anrufen und die folgende kleine Welle lief auch sehr gut. Leider wollte ich des dann bei der Hürde vor dem Slalom "zu gut" machen und drückte Bolton bei meinem Bemühen, in vor dem Sprung etwas zu stellen, hinten vorbei, so dass er die Hürde von hinten nahm.. => DIS ... Danach fiel dann aber auch noch eine Stange und beim letzten "Kringel" drehte ich micht nicht sauber genug mit, so dass Bolton verweigerte...
Trotzdem war ich auch mit dem Jumping zufrieden, denn alle Wechsel und Lauflinien, die ich mir bei der Begehung überlegt hatte, habe wie geplant funktioniert. Hätte ich vielleicht etwas weniger Druck gemacht, wäre durchaus auch ein 0-Fehlerlauf drin gewesen...
Auch das Jumping von Sonntag im Video:
Eifel-Cup
Den Abschluss dieses tollen Turniers bildeten dann die Finnalläufe swa "Eifel-Cups". Alle Teams konnten sich nämlich im Vorfeld zu Mannschaften von jeweils 3 Hunden zusammen schließen. Für alle Läufe am Samstag und am Sonntag wurden Punkte verteilt, und die jeweils beiden besten Mannschaften beider Tage durften dann bei den Finalläufen am Sonntag Nachmittag im "k.o. - System" gegeneinander antreten. Der Sieger musste dann gegen die Gewinner des letzten Jahres antreten. Unter dem Jubel der Zuschauer gewann letztendlich nach spannendem und harten "Fight" die Mannschaft "of the four bees" aus Belgien gegen die Titelverteiger und Gewinner des letzten Jahres, den "Rebenhüpfern".
Hier ein Video-Eindruck von der guten Stimmung beim Final-Lauf:
So ging bei zum Schluss sonnigen Wetter ein tolles Turnierwochenende bei den Eifel-Jumpers in Reetz zu Ende, das mir auf jeden Fall in bester Erinnerung bleiben wird! :-)




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