Das Turnier war hervorragend organisiert, von der Stellplatz-Reservierung für den Wohnwagen bis hin zu fetziger Musik war alles von den Höfenern bestens geregelt und organsieiert. Die Stimmung war trotz der erwähnten Wetters bei allen sehr gut und wir haben wieder einige nette Leute kennen gelernt.
Doch nun zum sportlichen Teil des Wochenendes... Richterin war an beiden Tagen Inge Kurz. Ihre Parcours waren teilweise doch recht anspruchsvoll und mitunter auch, insbesondere für schnelle Hund und angesichts des nassen Wetters, sehr eng.
Samstag, 18. Juni
Da der erste Start erst für 9:30 Uhr angesetzt war und in der Reihenfolge A1, A2, Senioren, und dann A3 gestartet wurde, waren wir erst kurz vor Mittag an der Reihe.
A-Lauf
Bei der Begehung des A-Parocours fielen mir eigentlich nur zwei Stellen auf, an denen ich etwas länger überlegen musst. Gleich die 2. Hürde war von hinten zu springen und dann gings recht eng über die 3. Hürde Richtung Steg. Hier entschied ich mich, Bolton, Bolton auf dem kürzeren Weg zwischen 2 und 3 hindurch zur Hürde 3 zu führen. Viele ließen die Hunde auch auf dem weiteren Bogen um die Hürde 2 herum laufen, wodurch der Hund mehr Schwung behielt... Etwas knifflig war auch die Hürde vor dem Slalom und dann der Slalomeingang selber. Durch den davor liegenden Weitsprung erschien es mir unmöglich, vor dem Hund zu bleiben, so dass ich den folgenden Sprung und den Slalomeingange von hinten führen wollte...
Soweit meine Planungen. Irgendwie war Bolton dann aber viel zu unkonzetriert und irgendwie neben "der Rolle". Vielleicht lag es ja daran, dass ich ihn vorher zu lange im Auto habe sitzen lassen, auf jeden Fall war er ziemlich aufgedreht und kläffte die ganze Zeit herum, ohne richtig bei der Sache zu sein. Das machte mich noch nervöser und hektischer, als ich ohnehin schon war, entsprechend eckig war auch der Start und die erste, enge Sequenz. Am Stegabgang war ich dann zu zögerlich, was Bolton dann gleich merkte und verunsichert absprang. Dass die Richterin dies dann doch nicht als Fehler anzeigte, habe ich erst nachher erfahren. Im den Glauben, ohnehin schon einen Parcourfehler zu haben, habe ich Bolten dann an der Kontaktzone des A-Wand-Abgangs, wo er einfach nicht stehen blieb und weiter lief, wieder zurück gesetzt. Somit hatten wir unser nächstes DIS... :-(. Da Bolton immer noch kläffend herum sprang, klappte dann auch der restliche Parcour nicht mehr.... also ein Lauf zum Vergessen...
Entsprechend frustriert war ich dann auch danach, besonders die Kontaktzonen ärgerten mich, da wir ja daran schon sehr lange herumtrainieren und ich eigentlich der Meinung (oder besser der Hoffnung) war, dass Bolton sie langsam begriffen hat...
Hier das Video zu unserem "Murks"-Lauf:
In der Pause bis zum Jumping habe ich mich mit Bolton dann in den Wohnwagen zurück gezogen, um einfach etwas abzuschalten und meinen Frust nach dem A-Lauf abzubauen. Dank guter Musik von "Muse" im MP3-Player ist mir das dann auch gelungen und nach einer heißen Tasse Beutel-Capuccino und einem Knäckebrot mit Nusspli ;-) kam auch meine Motivation und die Freude aufs Jumping zurück..
Jumping
Der Jumping Parcour gefiel mir ausgesprochen gut. Er war schnell und rund zu laufen und bot an einigen Stellen Möglichkeiten, durch behertze (französiche) Wechsel den Hund auf Zug bzw. Tempo zu halten. Bei der Begehung war ich mir ziemlich sicher, dass ich an den entsprechenden Stellen weit genug vor Bolton sein würde, damit die eingeplanten Franzosen auch funktionierten... Also wollte ich es auch versuchen, nach dem vermurksten A-Lauf konnte ja eigentlich alles nur besser werden... ;-)
Und es wurde besser... :-)). Alle Wechsel funktionierten wie geplant, nur vor der Mauer ungefähr zur Hälfte des Parcours lief Bolton auf einer anderen Linie wie geplant, so dass ich da etwas drücken musste. Vermutlich verlor er dabei auch etwas Schwung und auch Konzentration, denn beim darauffolgenden Sprung fiel dann leider die Stange, was ich aber wegen des französischen Wechsels, den ich dahinter machte, nicht mit bekam. Der Rest lief nach auch noch schnell und flüssig, so dass wir mit einer recht flotten Zeit und nach einem (für unsere Verhätlnisse) runden Lauf hochzufrieden über die Zielhürde gingen.
Hier das Video dazu:
Mit diesem Lauf landeten wir auf Platz 10 von 22 Startern. Die reine Zeit war nur, und das freut mich besonders, gut 0,6 Sek langsamer als die Zeiten der bekannt schnellen Teams wie Tobias mit Don oder Mona mit Page. Trotz der gefallenen Stange war ich mit dem Lauf sehr zufrieden, zeigte er doch, dass wir mit etwas Glück und beherztem, rundem Laufen doch halbwegs mit den schnellen Teams mithalten können.
Abends bin ich dann nach einer köstlichen Dose "Räubertopf" und einer (Plastik)flasche "Weißbier" im Wohnwagen nochmal den fetzigen und rockigen Klängen der Musik gefolgt und zum Vereinsheim der Höfener hinüber gegangen. Dort ließ der harte Kern der OG, verstärkt durch ein paar weitere "Feier-Willige" den Tag bei leckerem, frischen Bier und guter Musik ausklingen. Gegen 22: 30 Uhr habe ich dann den "Heimweg" zum Wohnwagen angetreten, da ja am Sonntag noch weitere sportliche Herausforderungen anstanden...
Sonntag, 19. Juni
Nach eine recht kalten, regnerischen und stürmichen Nacht begann der Sonntag erst mal wieder mit Regen. Da die A3 Starter auch am Sonntag erst sehr spät eingeplant waren, konnte ich mit Bolton nach dem Frühstück bei einer größeren Gassi-Runde noch etwas die schöne Eifellandschaft genießen.
A-Lauf
Der Sonntags-Parcour von Frau Kurz war auch nicht ohne. Besonders die schnelle Passage nach der A-Wand, insbesondere der von außen zu nehmende Sprung vor dem Reifen, machte mir bei der Begehung arge Kopfschmerzen.. Denn dadurch, dass ich bei Bolton die Zone am A-Wand-Abgang kontrollieren muss, er aber dort im Turnier aber auch nicht stehen bleibt, war ich bei dem o.g. Sprung vor dem Reifen zwangsläufig hinter ihm. Ich musste ihn dort also entweder mit einem belgischen Wechsel einbremsen oder versuchen, ihn von hinten zu Seite ziehen und dann mit einem "weg" über den Sprung zu schicken. Ansonsten hatte ich mir vorgenommen, am Steg wie im Training durch zu laufen (da ich danach einen französichen Wechsel eingeplant hatte) und zu hoffen, dass Bolton dann auch wie im Taining das "Tack"-Kommando ausführt und kurz auf der Zone anhält... Soweit, sogut...
Leider lief es dann mal wieder in der Praxis ganz anders als geplant bzw. gehofft. Bis zum Steg liefs eigentlich recht gut, aber am Abgang hatte ich dann wohl doch etwas zuviel "Gottvertrauen", denn ohne jegliche Kontrolle sprang Bolton (natürlich) ab, was ich aber durch den Franzosen nicht bemerkt habe. Der eingeplante Wechsel hinter dem Hund vor der A-Wand funktionierte auch, ebenso auch die Kontaktzone. Da ich mich aber dort nicht absetzen konnte und zugleich mit Bolton losgelaufen bin, war ich dann an dem o.g. Sprung so weit hinter him, dass mir ein Belgier kaum noch machbar erschien und ich mich spontan entschloss, Bolton mit einem "zu mir ! " auf mich zuzuziehen und dann mit einem "weg!" über den Sprung zu schicken. Bolton reagierte auch ganz brav, zog den Linksbogen zu und drehte nach meinem "weg" auch schön nach rechts, sprang aber dann leider nicht, sondern lief links an dem Sprung vorbei. Im Nachhinein fiel mir natürlich ein, dass wir dies, also das "weg!" vor einem Sprung noch nie geübt hatten, bisher immer nur nach dem Sprung. So war es eigentlich zu erwarten, dass er verweigert, aber nachher ist man halt immer schlauer...
Durch die Verweigerung und den "Korrekturkringel" war dann auch irgendwie der Schwung bei Bolton raus, sodass ich bei dem Sprung nach der folgenden Mauer zu wenig mitlief und Bolton dann innen vorbei lief, also nochmal verweigerte... Mit einem Parcourfehler und zwei Verweigerungen landeten wir dann wegen der hohen Zahl von Disqualifikationen noch als letztes gewertetes Team auf Platz 7 von 23 Teams.... Da wäre mal wieder viel mehr für uns drin gewesen... :-(
Hier das Video:
und die Ergebnis-Liste:
Jumping
Nachmittags gings dann zum Jumping. Einige kräftige Regenschauern hatten inzwischen die Einfahrt zum Parkplatz in eine Schlammwüste verwandet, aber der Parcourplatz selber war trotzdem noch gut zu laufen. Nach dem doch recht guten Jumping von Samstag hoffte ich, dass dieses am Sonntag ebenfalls so gut laufen würde. Der Parcour war m.M.n. wie der A-Lauf ebenfalls etwas schwieriger als am Vortag. Schon der Anfang hatte es in sich: nach drei Sprüngen geradeaus schloss ich nach links ein Rechtsbogen auf die Mauer an, gefolgt von einem Sprung, der wieder von außen zu nehmen war. Eine U-förmiger Tunnel nach dem Slalom lockte mit einem verführerischen, "falschen" Eingang und nach dem Reifen gings nicht wie (vom Hund) erwartet geradeaus, sondern rechtwinklig nach Links.
Nach dem Start lief das Jumping dann ähnlich wie der A-Lauf. Ich rief Bolton über die drei ersten Geradeaussprünge ab, habe ihn dann aber wohl durch meinen folgenden Wechsel über dem Sprung 3 so "gestört" das die Stange fiel. Der Franzose vor der Mauer, bei dem ich bei der Begehung etwas Bedenken hatte, klappte recht gut und mit dem Gefühl, die schwierigste Ecke hinter mir zu haben, gings dann auf den Slalom zu.. Und was mach Bolton?... Er fädelt aus ! ... :(. Vermutlich habe ich zuviel Druck gemacht und lief auch im Bemühen, in möglichst gut zu kontrollieren, zu dicht bei ihm... Der folgenden Tunnelverleitung gingen wir dann nicht "auf den Leim", aber irgendwie hab ich Bolton dann beim Reifen wohl in geistiger Verwirrung mit einem "vor!" (wie ich nachher auf dem Video selber überraschenderweise hören konnte) noch weiter geradeaus geschickt, anstatt das Tempo heraus zu nehmen und ihn zu mir zu rufen... Nach dem folgenden DIS hatte ich dann keine Lust mehr.... :-(
Hier das Video:
Somit ging ein in jeder Beziehung wechselhaftes Wochenende zu Ende. Die Stimmung unter den Teilnehmern war immer gut, ansonsten waren eben ein paar Sonnenstahlen das Jumping am Samstag mein einziges (sportliches) Highligt.. Alles andere kann man eher in die Rubrik "Abhaken" einordnen...
Als abschließende Herausforderung entpuppte sich dann noch das Verlassen der Parkplatzes mit dem Wohnwagengespann. Nachdem die drei Gespanne vor mir unter Ausnutzung von Geschwindigkeit und Schwung sich gerade so durch die Schlammkuhlen retten konnten, habe ich mich schon nach wenigen Metern noch auf dem "Gras"festgefahren. Glücklicherweise war Organisation der Höfener auch auf solche Fälle vorbereite, ein Traktor war nämlich gleich zur Stelle und hat und mich dann mit dem gesamten Gespann behutsam auf die feste Straße gezogen...
Trotzdem werden wir nächstes Jahr wohl wieder kommen, denn Spaß hat das Wochenende allem zum Trotz doch eine Menge gemacht... :-))
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