Letzten Samstag waren wir auf dem Motto Turnier des HSV Neuss Reuschenberg. Das diesjährige Turnier stand unter dem Motto "Wild Wild Neuss West", also alles im Stil des Wilden Westens. Der Neusser Verein hatte sich wirklich sehr viel Mühe gegeben und den Turnierplatz liebevoll "westernmäßig" dekoriert und hergerichtet. Das Vereinsheim wurde zum "Saloon", die Meldestelle zur "Postbank" und der mittagliche Grill zur "Feuerstelle". Als passende Verpflegung gabs dann mittags Hamburger, Cheesburger und Steak vom Grill, dazu Salat, Maiskolben oder Bratkartoffel. Das Cowboy oder Cowgirl Outfit bei den Helfern sowie Western- und Country-Musik aus den Lautsprechern rundenten das Bild ab und unterstützten die gute Stimmung.
Nun aber zu der sportlichen Aspekten dieser Veranstaltung. Erfreulicherweise begann das Turnier diesmal mit den A3ern, gefolgt von A1 und dann A2. So hatte ich mit Bolton noch etwas Zeit. Der A1 Parcour war relativ schnell, aber bis auf einen spitzwinkligen Slalomeingang lauftechnisch recht einfach. Trotzdem steigerte sich meine Nervösität und Anspannung von Minute zu Minute, was auch nach diversen mentalen Parcourläufen nicht besser wurde...
Beim Start blieb Bolton dann sehr schön liegen, so dass das Abrufen über 2 Sprünge kein Problem war. Vor dem Slalom fehlte leider mein vorbereitendes Kommando, so dass Bolton sich erst mal in die falsche Richtung drehte. Der Salom selber lief dann sehr gut. Nach einer Hürde und einem Tunnel gings dann schräg auf die A-Wand und dann passierte dass, was mir schon einige schlaflose Nächte bereitet hatte: am Abgang sprang Bolton ab, also (wieder mal) ein Kontaktzonenfehler. Aus der Traum vom 0-Fehler-Lauf... :( :(.. Damit es sich auch richtig lohnte, sprang Bolton dann auch noch vom Stegabgang runter, so dass wir letztendlich trotz schneller Zeit mit 2 Fehlern auf Platz 7 landeten. Ohne die Fehler hätten wir gewonnen...
In diesem Moment war ich ziemlich frustriert und ich habe mich ernsthaft gefragt, warum ich den ganzen Winter mit Bolton gecklickert und die Kontaktzonen neu augebaut habe (oder es zumindest versucht habe). Offensichtlich hat er aber unsere Übungen noch nicht vom Übungsbrett auf den "richtigen" Steg bzw. die A-Wand übertragen, da müssen wir also kurzfristig nochmal intensiv dran...
Nachdem ich dann meinen Frust mit einem Steak vom Grill bekämpft und einer Cola runter gespült hatte (lieber wäre mir ein Wisky gewesen ;)) wollte ich dann im Jumping (Open A1+A2) zeigen, dass wir auch ohne Fehler über die Runde kommen können. Nach der Begehung war ich mir dessen aber nicht mehr so sicher. Denn der Richter hatte an einer Stelle eine recht gemeine Verleitung gestellt, die vielen bei der Parcourbegehung Kopfzerbrechen bereitete. Es ging nämlich aus einem U-förmigen Tunnel über zwei Sprünge direkt auf einen Sacktunnel zu, der natürlich nicht (!) zu nehmen war, sondern dafür eine rechts daneben stehende Hürde.
Bei der Begehung sah man die unterscheidlichsten Lösgungsideen und Lauflinien. Die meisten versuchten sich mit einem "Belgier" vor dem Sacktunnel, um diesen dann zu blocken und den Hund seitlich über die Hürde zu schicken, viele planten aber offensichtlich auch, den Hund von hinten zur Seite und am Sacktunnel vorbei zu ziehen...
Diese Ideen waren mir aber alle irgendwie zu langsam, da der Hund dadurch vermutlich an Schwung und Tempo verlieren würde. Daher wollte ich vor dem Sacktunnel "französisch" wechseln. Allerdings war mir klar, dass dies nur bei perfektem Timing und entsprechendem Vorsprung meinersteits (vor dem Hund) funktionieren würde, aber wie heißt es so schön? Wer nichts riskiert, der gewinnt auch nichts..
Ja, und dann gings los...: Starthürde, Hürde, Mauer, Slalom.... alles problemlos, dann Bolton über die nächste Hürde in den Tunnel geschickt, sofort abgedreht und losgerannt an den beiden Hürden vorbei um dann den geplanten Franzosen einzuleiten.... Und was macht Bolton???? Er kommt aus dem Tunnel, läuft innen an der folgenden Hürde vorbei und springt dann gleich die nächste.. Also ein klassisches DIS !!! Mist denke ich, aber der Franzose hätte funktioniert... Also schicke ich ihn gleich noch mal in den Tunnel, halte neben den Hürden meinen Führarm deutlicher draußen und mache dann den Franzosen und es klappt, Juhu! Der Rest lief dann fehlerfrei und recht schnell.... Schade, wir wären sicher auf eine sehr gute Zeit gekommen.
Über das DIS habe ich mich eigentlich nicht geärgert, da mir das Risiko dieser Aktion vorher bewusst war... hätte ja auch schon beim ersten Mal funktionieren können... ;) . Zum Schluss wurde dann noch ein Spiel veranstaltet, bei dem Bolton zum krönenden Abschluss nochmal von der A-Wand absprang und wir somit (gemäß den Regeln dieses Spiels) gleich ausschieden...
Unter dem Strich war das Motto-Turnier in Neuss eine wirklich gelungene Veranstaltung. Auch wenn ich mit unseren Ergebnissen alles andere als zufrieden bin, so weiß ich jetzt wenigstens, an was ich mit Bolton noch arbeiten muss....
VG Peter


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