Am Wochenende den 28. und 29. August fand in Düsseldorf das Turnier des PSV Düsseldorf statt. Ich hatte nur für Sonntag gemeldet, um samstags auch mal einige Dinge zu Hause erledigen zu können. Der Turnierplatz des PSV Düsseldorf liegt am Rand einer größeren Sportanlage mit Fussball- und Tennisplätzen und direkt in Nähe eines großen, hügeligen Waldes, der sehr gute Möglichkeiten zum Ausführen der Hunde zwischen den Läufen bietet.
Das Turnier begann wie mit der A3, gefolgt von A2 und A1. Richter waren an diesem Tag Rene Blank und Frank Gerhard. Alle Parcours waren flüssig und schnell zu laufen, hatten aber doch die eine oder andere Überraschung in Form von erkannten und nicht erkannten Verleitungen parat. Am diesem Tag sollte ich dann lernen, dass auch offensichtliche und erkannte Verleitungen so ihre Tücken haben...
Im A2 Parcour stand nämlich ungefähr auf der Hälfte eine Hürde direkt hinter einem S-förmigen Tunnel unter der A-Wand. Schon bei der Begehung war mir klar, dass es nicht so ganz einfach sein würde, den Hund vom Springen dieser Hürde abzuhalten. Mein Plan war es, Bolton durch frühzeitiges Anrufen im Tunnel an dieser vorbei zu ziehen. Der Rest des Parcours gefiel mir sehr gut, denn er war flüssig und schnell zu laufen und bot an einigen Stellen die Möglichkeit, durch schnelle Wechsel etwas Zeit zu sparen..
Bolton und ich mussten lt. Starterliste als zweites Team starten, was mir nicht so ganz gefiel, da ich immer etwas mentale Vorbereitungszeit nach der Begehung brauche. Nach dem Start ging es über zwei Hürden zum Steg. Mein Versuch, die Kontaktzone am Abgang zu kontrollieren, funktionierte zwar etwas besser als 2 Wochen zuvor beim Dompokal, aber richtig schön waren sie weder am Steg noch an der A-Wand. Bolton kennt einfach noch nicht seine Position, und wenn ich ihm dann im Turnier zu wenig helfe und auch zu früh weiter laufe, springt er dann meist irgendwie ab. Dies tat er dann auch in Düsseldorf, aber glücklicherweise erst, nachdem er mit den Pfoten schon in den jeweiligen Zonen gestanden hatte. Nach dem Steg ging es dann in einer Schleife nach links durch einen Tunnel und dann nach rechts quasi zurück über die A-Wand. Nach einer 180 Grad Kehre über 2 Hürden ging es dann zurück Richtung Wand in den oben schon erwähnten S-Tunnel darunter…
Und dort kam es dann, wie es kommen musste.. Alles Rufen und Händeklatschen half nichts, als Bolton aus dem Tunnel kam, sprang er zielstrebig die Verleitungshürde und damit ins DIS… Naja, dafür war lief der Rest dann wieder sehr gut. Ich habe sogar den geplanten Franzosen zwischen den beiden nach dem Slalom folgenden Tunneln geschafft. Daher war ich trotz des DIS mit meinem Lauf eigentlich recht zufrieden.
Dank Ivonne gibt es auch von diesem Lauf ein kurzes Video:
Wir haben nachher diskutiert, wie denn der Fehler mit der Verleitung zu vermeiden gewesen wäre, und sind zu der Vermutung gelangt, dass ich Bolton im Tunnel einfach zu leise angesprochen habe. Das laute Rumpeln beim Durchlaufen ist ja im Inneren des Tunnels noch viel lauter, vermutlich hat mich Bolton überhaupt nicht gehört…
Bei der Videoanalyse ist mir dann auch noch aufgefallen, dass ich auch die Kehre nach der A-Wand sehr schlecht geführt habe. Ich habe Bolton mit viel zu viel Druck über den ersten Sprung nach der Wand geschickt, quasi direkt auf die dahinter stehende Wand zu, die ich bei der Begehung überhaupt nicht als Verleitung erkannt hatte. So sprang Bolton dann viel zu weit geradeaus und rutsche deshalb dann auch beim Versuch, in der Landung gleich nach links abzubiegen, aus. Sorry Bolton, das soll nicht mehr vorkommen (hoffentlich). Ich hätte ihn vor diesem Sprung viel mehr stellen müssen, und an Stelle des Franzosen besser einen sauberen Belgier machen müssen… Aber nachher (insbesondere nach dem Video) ist man immer schlauer… ;-)
Kommen wir nun zum Jumping. Dieses war als „Open“ für A1 und A2 ausgeschrieben. Der Parcoursverlauf war für meinen Geschmack nicht sonderlich anspruchsvoll, der Richter hatte vermutlich etwas auf die A1er Rücksicht genommen, was ja auch zu begrüßen ist. An einer Stelle hatte ich mir bei der Begehung überlegt, anders als die meisten anderen zu laufen. An dieser Stelle kam der Hund aus einem U-förmigen Tunnel und musste nach rechts in eine kleine „Welle“ bestehend aus 3 Hindernissen. Hier wollte ich nach dem Tunnel vor den Hürden bleiben, Bolton linksgeführt über die erste Hürde schicken, ihn dann über die zweite auf mich zuziehen um dann vor ihm mit einem Franzosen zu wechseln und ihn dann rechtsgeführt über die dritte Hürde zu schicken. Ansonsten war der Parcour recht einfach zu laufen. Beim Start war es hilfreich, den Hund über 3 Hürden geradeaus abrufen zu können.
So konnte ich Bolton nach dem Start einigermaßen sauber eine Schleife aus 3 Sprüngen und dann in den Slalom führen. Nach dem Slalom gings dann nach links über eine Hürde in den o.g. U-Tunnel. Dies Hürde wurde uns dann aber zum Verhängnis. Normalerweise springt Bolton sehr sicher (wenn auch nicht immer elegant ;-)) und hat ein gute Auge für den richtigen Absprungpunkt. Aber an dieser Hürde scheint er sich entweder völlig verschätzt oder vielleicht auch vertreten zu haben. Er sprang ab, zögerte dann aber, sprang noch mal ab, und war dann natürlich zu dicht an der Hürde und sprang direkt unter die Stange. Selbst nach mehrfachem Betrachten des Videos, auch in Zeitlupe, ist mir nicht ganz klar, was passiert ist. Auf jeden Fall hörte ich die Stange (alle Stangen bestanden aus Alu-Rohren) mit lautem Scheppern fallen und sah Bolton stolpern und sich gleich an der Pfote lecken. Ich habe dann gleich gestoppt und erst mal gewartet, ob Bolton wieder sauber mit allen Pfoten auftritt und läuft.. Als dies dann der Fall war, habe ich den Lauf wieder fortgesetzt und dann auch noch den geplanten Franzosen gemacht. Der restliche Parcour lief dann problemlos…
Hier das Video vom Jumping
Bei der Analyse ist mir neben dem o.g. Hürdenproblem von Bolton aufgefallen, dass meine Führweise nach dem Tunnel doch nicht so optimal war. Bolton springt nämlich bei der ersten Hürde nach dem Tunnel sehr weit raus, um mir dann über die nächste Hürde zu folgen. Dadurch habe ich zwar genügend Vorsprung, um den geplanten Franzosen zu machen, aber auch der war eigentlich (im Nachhinein betrachtet) an dieser Stelle quatsch, denn an der dritten Hürde musste Bolton bremsen und quasi einen Haken laufen, da er durch den Franzosen etwas zu schnell war.
Besser wäre es vielleicht gewesen, Bolton nach dem Tunnel nicht vorwärts über die erste Hürde zuschicken (und ihn zu weit raus zu schicken), sondern mich zu ihm einzudrehen und dann rückwärtslaufend mit rechts von knapp hinter der ersten Hürde an zu nehmen. Ich hätte ihn dann, quasi mit einer Art langgezogenemBelgier, rechtsgeführt über die zweite Hürde schicken und dann wieder, weiterhin rechtsgeführt, über die dritte Hürde zurück ziehe können… So wäre einerseits den ersten Sprung enger und den dritten Sprung auf einer besseren Linie gelaufen…
Dass der Parcour sehr schnell zu führen war (wenn man es konnte ;-)) zeigt auch die Geschwindigkeit des Erstplazierten Hundes. Erster und schnellste war ein Starter aus der A1 (!): Thomas Schniewind mit Chester, einem Australian Shepherd, der mit 21 Sekunden und knapp über 6 m/s durch den Parcour ging!
Zum Schluss folgte noch ein Spiel, bei dem es in einem kleinen Parcout darum ging, bei drei nebeneinander liegenden Tunneln immer den mittleren zu treffen. Lief der Hund in den falschen Tunnel, bedeutete das Zeitverlust durch einen Umweg und zusätzliche Hindernisse. Bolton lief natürlich gleich zu Anfang in den falschen Tunnel... Dafür habe ich die Kontaktzone an der A-Wand dann dafür genutzt, Bolton endlich mal richtig in 2on2off stehen zu lassen...
Hier das Spiel:
Insgesamt war ich aber trotz des DIS im A-Lauf und der Fehler im Jumping mit dem Turnier recht zufrieden. Bis auf diese Fehler hatte ich ein sehr gutes Gefühl und die Läufe waren (für mich) relativ flüssig. Und ich habe wieder, Dank der Videos von Ivonne und der Diskussionen vor Ort, einiges dazu gelernt.. Irgendwie habe ich das gute Gefühl, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis wir auch mal in der A2 einen 0-Fehler-Lauf schaffen..
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen