Montag, 5. Juli 2010

Seminar bei Silas Boogk am 21. und 22. Mai 2010 in Luxemburg

Im Agility Forum fand ich Anfang des Jahres eine kurze Ankündigung von Ray von den "Wild Dogs" aus Luxemburg für ein Agi-Seminar mit Silas Boogk. Da ich immer wieder von den schnellen und meist recht spektakulären Läufen von Silas begeistert war, habe ich nicht lange gezögert und mich für das Seminar angemeldet.

Anm 21. und 22. Mai war es dann soweit. Nach einer recht mühseeligen Fahrt mit dem Wohnmobil quer durch die Eifel bis nach "Constum" in Luxemburg kam ich auf dem Gelände der "Wild Dogs" an.  Es liegt sehr schön auf eine Anhöhe am Rand des Ortes mit einem tollen Fernblick auf die  umliegende Landschaft.  Die freie Lage hatte aber auch den Nachteil, dass ein kräftiger, kalter Wind blies, aber es war wenigstens trocken...


Der Montag begann  mit einem gemeinsamen Frühstück und dem anschließenden  gemeinsamen Aufbau des Parcours. Die Teilnehmer wurden in 2 Gruppen a 5 Hunden eingeteilt. So konnte sich Silas jedem genügend widmen, was er auch ausgiebig tat ;). Alle Parcours, die Silas stellte hatten eins gemein: sie waren auf den ersten Blick und auch nach dem ersten Begehen kaum "laufbar" (zumindest nicht für mich ;)).  Oft wurden Hürden von hinten gesprungen, dann kamen schnelle Passagen wo man nach dem ersten, eigenen Eindruck kaum beim geschweige denn vor dem Hund bleiben konnte. 


Silas ließ am ersten Tag jeden zuerst einmal so laufen, wie es jeder selber für das beste hielt. Danach wurde der Parcour nochmals gemeinsam begangen und Silas erläuterte jede Ecke und und jeden Wechsel.  Danach lief jeder den Parcour nochmal so wie von Silas gezeigt, zumindest versuchte das jeder... ;). Denn bei den meisten Teilnehmern funktionierten die Ideen von Silas natürlich nicht sofort, sondern erst nach einigen Wiederholungen.   Hier zeigte sich Silas sehr "kleinlich", d.h. man "musste" jede schwierige Ecke so lange wiederholen (und das meist vom Parcourbeginn an..) bis man sie ohne Fehler gelaufen war. Zum Schluß schafte man es (meistens) dann auch, den Parcour einmal fehlerfrei zu laufen.    So dauerte dann der Durchgang jedes Teilnehmers im ersten Parcour bis zu einer halben Stunde... (uff... ;-))

Überhaupt habe ich im Agility noch niemanden erlebt, der diesen Sport mit soviel Perfektion und Genauigkeit trainiert und betreibt. Bei Silas muss jedes noch so kleine Detail sitzen. Bewegte sich der Hund z.B. beim Start einen Augenblick zu früh, so musste man diesen so oft wiederholen, bis der Hund liegen blieb....  Jede Körperbewegung, jeder Wechsel und natürlich besonders der Laufweg sind bei Silas zu 100% auf Geschwindigkeit und Zeit optimiert. Auch wenn der Führstil von Silas sehr spektakulär aussieht, so achtet er dabei doch sehr auf den Hund und auf eine für den Hund eindeutige Lauf- und Führweise. Dies verlangt dann aber auch so von den Teilnehmern, was teilweise ganz schön anstrengend war.  Ich selber bin mir zeitweise wie ein blutiger Anfänger vor gekommen, aber trotzdem (oder gerade deshalb?) bekommt man so auch schnell ein Gefühl dafür, wo man im Parcour Zeit gut  machen kann uind wo man Zeit verliert...

Am Dienstag, dem zweiten Tag, wurden dann weitere Parcoure trainiert, bei denen es dann nochmehr auf schnelles Laufen und Absetzen vom Hund ankam. Durch die Gruppeneinteilung war ich mit Bolton dann beim erstem Parcour genau bei der größten Mittagshitze in der Reihe. Trotz seiner eigentlich recht guten Kondition merkte man Bolton nach ein paar Wiederholungen doch an, dass er müde und langsamer wurde. Aber auch das war für Silas keine Ausrede, dann musste man den Parcour halt erst mal ein paar Mal ohne Hund laufen....

Zum Schluss stellte Silas dann noch mal einen Parcour, bei dem ich schon Schwierigleiten hatte, mir alle Hindernisse und die Reihenfolge einigermaßen zu merken. Ein dazu halbwegs laufbar erscheinender Laufweg wurde mir aber erst nach der gemeinsamen Begehung mit Silas zusammen klar (zumindest theoretisch ;-)). 

Der Parcour hatte zwei sehr "kniffelige" Passagen. Zum einen ein Salomeingang, an den man nicht ranlaufen konnte, weil der Steg dazwischen stand und zum anderen im weiteren Parourverlauf eine sehr schnelle Hürdenkombination, die man nur dann vor dem Hund bleibend meistern konnte, in dem man voll los spurtete und an den richtigen Stellen blinde Wechsel machte...

Für mein Empfinden erschwerend kam dann noch hinzu, dass die Teilnehmer einer Gruppe quasi gegeneinander laufen mussten, d.h. immer dann, wenn man einen Fehler machte, kam der nächste an die Reihe und man musste sich wieder "hinten" anstellen. Man konnte also nur dann den kompletten Parcour laufen, wenn man bis dahin keine Fehler gemacht hatte.  Da ich aber mit Bolton, teilweise auch aufgrund nachlassender Kondition und Konzentration bei Hund und Mensch, am Slalom "festgebissen hatten" und diese Passage fast bis zum Umfallen wiederholen mussten, sind wir leider nicht mehr über diese Stelle hinaus gekommen.  Schade, ich wäre gerne auch noch den Rest des Parcours und die o.g. schnelle Passage gelaufen..

Hier zeigt Oliver gleich beim ersten Versuch, wie man es (fast) richtig macht (gekonnt ist gekonnt)




Aber insgesamt hat mir das Seminar sehr viel Spaß gemacht. Wir haben wirklich sehr viel gelernt und viele neue Ideen und Ansatzpunkte bekommen, wie wir unser Training und unseren Lauf/Führtechnik verbessern können.   Ich werde mit Sicherheit noch einmal ein Seminar bei Silas belegen, aber vermutlich erst dann, wenn wir gut in der A3 laufen und dann die "letzten Sekunden" suchen... . Dann dürften ein Seminar bei Silas noch mehr bringen...

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