Mittwoch, 4. Mai 2011

1. Mai 2011, Agi Turnier bei der SV OG Aubachtal

Letzten Sonntag am 1. Mai veranstaltete die SV OG Aubachtal wieder ihren "Futterhaus-Cup".   Letztes Jahr war ich dort in der A1 gestartet und es hatte mir so gut dort gefallen, dass ich auch dieses Jahr dort wieder gemeldet hatte, zumal auch die Entfernung bis dorthin mit knapp 60km eher zu den kürzeren meines Agi-Kalenders gehört. Dieses Jahr fuhr auch Ivonne mit Less und Lucky mit, die mich an Stelle der üblichen Autobahnfahrt zur direkten, kürzeren Route via Landstraße überredete... ;-) . Petrus meinte es auch an diesem Wochenende wieder sehr gut mit uns und erfreute uns mit sonnigem Wetter.

Richter was an diesem Tag Reiner Voltz. Seine Parcours waren nach meinem Empfinden führtechnisch nicht so schwierig, wobei ich persönlich das Jumping als anspruchsvoller fand.  Die Parcourverläufe der verschiedenen Klassen waren jeweils sehr ähnlich. Beim Umbau wurden hier und da die Entfernungen und Winkel zwischen den Hindernissen verändert, ein Sprung hinzu gebaut oder aus einer 2fachen eine 3fache Kombimation gebaut. Alles lief sehr gut organisiert ab ohne lange Wartepausen.

A-Lauf
Los ging es mit den A1ern, gefolgt von den A2 und dann den A3 Startern. Bei Ivonne und Less lief es in der A2 nicht so gut.. Less wirkte unkonzentriert und machte einige Fehler.

Dann waren wir an der Reihe. Obwohl oder gerade weil der Parcour mir technisch recht einfach vorkam, wollte ich dieses mal etwas ruhiger und nicht so auf  Tempo laufen wie in Twisteden. Leider viel dann beim Start gleich die erste Stange. Vielleicht hatte ich Bolton beim Ablegen zu schräg ausgerichtet oder er hat sich einfach etwas verschätzt.  Irgendwie zog er auch nicht richtig voran, so dass ich bei dem recht einfachen Sprung nach dem Slalom wohl zu wenig mitlief und Bolton nicht wie erwartet sprang, sondern vorher abdrehte und somit verweigerte. Mein viel zu hektischer zweiter Versuch, ihn über die Hürde zu schicken, misslang, so dass Bolton erst im 3. Anlauf  die Hürde nahm (also 2 Verweigerungen kassierte).  Als er dann aber auch noch bei der dann folgenden A-Wand die Abgangs-Zone übersprang, hatte ich "die Nase voll" und hab ihn zurück gesetzt.  Somit hatten wir unser nächste DIS in einem A-Lauf (langsam gewöhne ich mich daran :-(...).    Der Rest incl. der Zone am Steg lief dann wieder recht gut.  Dass Bolton nach der Wand am Reifen vorbei gesprungen war, fiel mir erst im Nachhinein beim Betrachten des folgenden Videos auf.



Nach den Large Hunden liefen dann die A2 Midis, bei denen Ivonne mit Lucky diesmal auch nicht den üblichen "Nuller" lief, sondern sich 1 Stange und einen Zonenfehler am Steg einfing...


Jumping
Nachmittags gings dann zu den Jumpings. Da es für die "Futterhaus-Cup"-Wertung für jede Klasse eine eigene Kombiwertung gab, gabe es diesmal auch für jede Klasse ein eigenes Jumping.
Beim Jumping 2 meinte Less, dass man den Slalom nach einem Fehler am besten den Slalom wieder sauber zurück läuft, was der Richter dann aber leider nur mit einem DIS belohnte. Somit hatte Ivonne mit Less an diesem Wochenende einfach kein Glück. Versöhnt wurde sie dann aber von Lucky, der  im Jumping 3 in der Midi-Klasse als einziger Hund fehlerfrei blieb und damit Ivonne das erste A3 V0 Platz 1 seines Lebens bescherte. Glückwunsch!

Bei mir lief es leider auch (mal wieder ) nicht so gut. Dabei fand ich den Jumping 3 Parcour eigentlich sehr nett. Er hatte 2 etwas knifflige "Knackpunkte". Der eine kam gleich nach dem Start, wo der Hund nach einer Schleife durch einen U-Tunnel geradeaus über eine Mauer und einen Doppelsprung  in einen dahinter etwas versetzt und quer angeordneten Slalom musste.  Die zweite Herausforderung kam am Ende, wo man den Hund nach einer schnellen 3-fachen Kombination um die Kurve und dann in das hintere Loch des eben schon erwähnten U-Tunnels führen musste.

Die Startsequenz bereitete mir bei der Begehung echtes Kopfzerbrechen. Nach einigem Hin- und Herüberlegen entschied ich mich, nicht zwischen Mauer und Doppelsprung zu wechseln, sondern beides auf einer Seite,d.h. von außen zu führen und Bolton dann von mir weg in den Slalomeingang zu schicken. Dies hatten wir zwar im Training schon ein paar Mal geübt, im Turnier hatte ich es bisher aber noch nie ausprobiert...  Aber alle anderen Möglichkeiten erschienen mir nicht so sinnvoll...   Bei der Schluss-Sequenz wollte ich bei dem Tunneleingang "auf Sicherheit" gehen und Bolton mit einem Belgier in das hinter Tunnelloch schicken...

Und dann wurde es spannend..  Die Stange der Starthürde blieb diesmal liegen ;-) , dann der Tunnel, über die Mauer und den Doppelsprung zum Slalom....   Und was macht Bolton????   Er läuft problemlos ohne auch nur die geringste "Kursabweichung" auf mein Kommando hin zielstrebig in Slalomeingang!  Toller Hund! :-)) ...  Leider währte meine innere Erleichterung und Freude nicht lange, denn kurz vor Ende des Slaloms fädelte Bolton aus... :-(.   Keine Ahnung warum, vielleicht war er etwas irritiert, weil der Slalom direkt auf einen quer dahinter stehenden Weitsprung zulief, vielleicht war ich selber an dieser Stelle auch zu unsicher .....   auf jeden Fall hatten wir mal wieder einen Fehler...

Der Rest lief dann wirklich super, Bolton war sehr schnell unterwegs und sprang die Kombination mit 2 sauberen "In-Out"s perfekt.  Der eingeplante Belgier vor dem Tunnel zum Schluss passte ebenfalls ganz genau und dann waren wir auch schon im Ziel. 

Hier das Video:


Auch wenn dieser Lauf wegen des Slalomfehlers nur für Platz 8 reichte, so hat er mir doch riesig Spaß gemacht. Bolton war sehr konzentriert und auch schnell unterwegs und dass er den Doppelsprung und die 3fache Kombination so toll gemeistert hat, freut mich besonders, da wir diese ewig lange nicht mehr trainiert hatten...  Bolton, Du bist der beste!!! :-))

Montag, 18. April 2011

3. "Ü50" - Turnier in Twisteden, 16.04.2011



Am Samstag den 16. April hatte ich für das 3. "Ü50"-Agi- Turnier bei der SV OG Twisteden genannt. Dieses Turnier hatte ich noch vom letzten Jahr in guter Erinnerung, hatte ich dort doch letztes Jahr unsere 1. Quali für die A2 geholt. Dieses Jahr konnte ich sogar etwas länger ausschlafen, da die Starter der A3, zu denen ich inzwischen ja gehöre, erst am Nachmittag an der Reihe waren. Ab 13:30 Uhr sollte es mit den Senioren losgehen, danach dann die A3...

So bin ich dann erst gegen 09:30 Uhr von Hause losgefahren und nach 165 gemütlichen Kilometern gegen 11:15 in Twisteden angekommen. Etwas später trafen auch die HSG-Vereinskollegen Gabi und Günter ein, die ebenfalls in Twisteden gemeldet hatten. Gabi läuft mit ihrer Cockerhündin Maja in der Midi- Klasse und Günter mit seinem Tervueren-Rüden Eragon bei den Large-Hunden.

Leider hatte die A1er und A2er Hunde offensichtlich ihren Zeitplan etwas überzogen, denn es ging erst gegen 14:45 nach der Siegerehrung der A1er und A2er mit den Senioren los. Danach waren dann endlich die A3er an der Reihe, zuerst die Large-, dann die Midi- und zum Schluss die Mini-Hunde.

Der A3 Parcour war eigentlich sehr einfach zu laufen und beinhaltete recht wenige, technische Anforderungen oder Verleitungen. Einzig die zwei Sprünge nach der Wippe mit folgenden 180Grad Kehre in Richtung Slalom sowie der Linksbogen hinter der A-Wand bereitete mit ein paar Gedanken, erschien mir aber doch recht sicher laufbar.

Wegen des einfachen Pacours brauchte ich wohl nicht auf die Fehler der anderen zu hoffen, sondern ich musste/wollte voll auf Tempo laufen, um überhaupt eine (theoretische) Chance auf eine vordere Platzierung zu haben. Ich habe dann auch gleich nach dem Start ordentlich Druck gemacht und versucht, Bolton möglichst viel zu motivieren. Am Stegabgang habe ich ihn dann mit der Hand nach unten bis in die Kontaktzone gezogen und bin dann gleich weiter gespurtet, ohne wie bei den letzten Turniere ewig lange auf Bolton's 2on2off "Sucherei" zu warten... Dann ging es zügig über die Wippe, aber vor der folgenden Kehre in Richtung Slalom habe ich es dann leider versäumt, das Tempo wieder raus zu nehmen....   Dadurch habe ich Bolton dann am folgenden Sprung vorbei gedrückt, was uns logischerweise eine Verweigerung einbrachte... :(... Mist, das war mal wieder nix mit unserem erhofften 0-Fehler-Lauf...   Nach der A-Wand wollte ich dann hinter Bolton wechseln und ihn dann in den Tunnel schicken.. Dabei unterlief mir dann noch ein typischer "Anfängerfehler", denn ich habe Bolton genau über dem Sprung angesprochen, wodurch dann auch noch die Stange fiel... :(.  Somit hatten wir am Ziel 1 Verweigerung und 1 Parcourfehler, was dann trotz recht guter Zeit nur zu Platz 16 von 25 Hunden reichte...

Hier Dank Heinz unser Lauf im Video:
 


Günter erledigte diese Aufgabe besser, lief in seiner gewohnt ruhigen Art ohne großes Risiko einen sauberen 0-Fehler- Lauf und landete damit auf Platz 5. Beim Vergleich der Zeiten ärgerte ich mich dann doch ein bisschen, waren wir doch selbst mit unseren Fehlern noch 1 Sekunde schneller gewesen. Ohne die knapp 3 Sekunden Zeitverlust durch die Verweigerung wären wir auf Platz 2 gelandet...

Wie schon bei so vielen Turnieren hoffte ich nun auf das Jumping.  Der Parcour war wieder sehr einfach und bot obendrein auch kaum Möglichkeiten, irgendwo durch einen kürzeren, engeren Laufweg oder eine schnellere Linie Zeit gut zu machen. Einzig bei der Sprungkombination zum Schluss des Parcours wollte ich Bolton seitlich ohne zusätzlichen Wechsel (den die anderen bei der Begehung vielfach zu planen schienen) über zwei wellenartige Sprünge ziehen, um damit vielleicht die schnellere Linie laufen zu können...

Da ich aber quasi "nichts mehr zu verlieren hatte" wollte ich auch beim Jumping nochmal voll "angreifen" und auf Tempo laufen. Dies hätte dann auch fast funktioniert..., aber eben nur "fast"... :-(.  Denn im letzten Drittel des Parcours, wo nach dem Weitsprung eine Hürde und dann die o.g. nach links verlaufende "Welle" kam, habe ich mich einen Moment lang nicht auf  Bolton konzentriert und schon an meine Lauflinie in der Welle gedacht.... und schwupp, war Bolton an der Hürde nach dem Weitsprung außen vorbei gelaufen... :( :(..  Wieder eine Verweigerung, so was blödes...  Damit landeten wir dann wieder auf Platz 16...  Ohne den durch Boltons großen Bogen hervorgerufenen Zeitverlust von knapp 5 Sekunden wär`s Platz 2 oder 3 gewesen...

Hier das Video dazu:

Bei der Fehleranalyse fiel mir auf, dass ich bei der Begehung wohl zu wenig auf die Lauflinie von Bolton zwischen dem Weitsprung und dem folgenden Sprung geachtet hatte. Da er etwas schräg nach außen über den Weitsprung sprang, führte die anschließende Lauflinie, noch unterstützt durch meinen zu großen Druck und der fehlenden Hilfe, direkt an der folgenden Hürde vorbei. Hätte ich ihn kurz vorher angesprochen oder etwas weniger Druck und Hektik gemacht, hätte es vermutlich gepasst...

Günter machte seine "Arbeit" wieder mal besser und landeten nach einem sauberen, runden und vor allem fehlerfreien Lauf auf Platz 3.  Auch Gabi war recht erfolgreich und schaffte mit Maja bei den Midis ebenfalls einen fehlerfreien A-Lauf und landete damit unter einer sehr schnellen Konkurrenz auf Platz 8. Im Jumping fand dann Maja leider einen Tunnel, der eigentlich gar nicht an der Reihe war, zu "anziehend", was die Richterin dann mit einem DIS quitierte....

Trotz der Fehler war ich mit unseren Läufen doch recht zufrieden. Sie hatten gezeigt, dass Bolton durchaus flott unterwegs ist und wir auch bei schnellen Parcours auf den vorderen Plätzen landen können, wenn ich mich selber noch ein bisschen mehr konzentriere und weniger nervös und hektisch bin. Dies gibt Zuversicht für die nächsten Turniere.

Damit ging dann unser 2. Ü50 Turnier zu Ende. Auch wenn der Zeitplan etwas aus den Fugen geriet und die Siegerehrung erst gegen 19 Uhr statt fand, war es wieder eine sehr schöne Veranstaltung mit  eine sehr schönen, lockeren Stimmung  unter den Teilnehmern tollen Wetter.   Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein... :-)

Freitag, 15. April 2011

Agility Seminar bei Philipp Müller-Schnick, 9./10.04.2011




"Lauf, lauf lauf !!!..... mehr Motivation !! .... nicht so trödeln...!"    diese Worte motivierenden Wort von Philipp werde ich nicht so schnell vergessen... ;-) .....

Am letzten Wochenende war ich nämlich auf einem Agility-Seminar bei Philipp Müller Schnick. Ich kannte Philipp schon vom internationalen Agi-Workshop in Bielefeld 2009 und wollte seitdem noch mal ein Seminar bei ihm belegen.  Sein runder und gleichmäßiger Führstil gefällt mir persönlich sehr gut und ich schaue mir neben den DVD`s von den anderen Bielefelder Workshops auch immer wieder gerne Video-Clips von seinen Turnierläufen an, um hier und da ein paar "Tricks" und seine Führtechnik zu lernen. Als ich im Winter dann von einem Seminartermin bei Sandra von Hundeschule "Attentive-Dog" in Wiesbaden erfuhr, hatte ich mich kurzentschlossen angeneldet. Die Hundeschule liegt am Stadtrand in der Nähe einer Autobahn und einer Bahnlinie, so dass es ab und zu etwas lauter war, aber nicht so störend, dass es das Seminar behindert hätte. 




Philipp hatte die Teilnehmer in 4 Gruppen mit jeweils 4-5 Hunden, orientiert an Leistungsstand und Hundegröße, eingeteilt. Jede Gruppe war entweder 2x vormittags oder 2x nachmittags an der Reihe, so dass man sich während der anderen Tageshälfte entspannen oder mit dem Hund Spaziergänge machen konnte. Letzteres ist im Umfeld der Hundeschule durchaus reizvoll, da man nach wenigen Minuten Gehzeit in weitläufige Felder und Weinberge gelangt. Ich war mit Bolton in die Gruppe 3 eingeteilt, die im Wechsel mit Gruppe 4 jeweils 2x am Nachmittag ihr Laufvermögen beweisen durfte.

Der Samstag hatte schwerpunktmäßig Führtechniken und kurze Laufwege zum Thema. Dazu hatte Philipp kurze Sequenzen mit bis zu 6 Hindernissen vorbereitet.   Nach einer relativ einfachen Sequenz zum Warmlaufen gings dann gleich ans "Eingemachte". Philipp hatte mehre Sprünge auf gerade Linie hintereinander gestellt, wobei der 2. Spung um 90 Grad gedreht, d.h. längst ausgerichtet war. 

Aufgabe war es nun, den Hund schräg über diese "Längshürde" auf die folgende "Querhürde" zu zu führen und diese dann von hinten zu nehmen, und das ganze dann 2 x hinterneinander.  Wir sollten den Hund dann in zwei verschiedenen Varianten über die Querhürde führen:  einmal sollten wir den Hund mit einem "Außen" von hinten über die Hürde springen lassen (selber noch vor der Hürde laufend) und uns dann an der Hürde vorbei nach vorne absetzen, sobald der Hund den Sprung angezogen hat.  Beim zweiten Mal sollten wir die Hürde mit dem Hund an der "Außenhand" hinterlaufen und ihn uns dann über die Hürde in den Rücken springen lassen (also quasi ein "Remo"). Sobald der Hund den Sprung in den Rücken dann angezogen hat, sollten wir uns geradeaus nach vorne an dem Längssprung vorbei absetzen, den Hund dann hinter dieser Hürde mit einem Franzosen annehmen... und dann zu nächsten Querhürde führen....  Das ganze sollte natürlich in einer möglichst gleichmäßigen, runden Laufweise ausgeführt werden....

Zur besseren Veranschaulichung habe ich mal versucht, das Ganze zeichnerisch darzustellen:



Bei beiden Varianten zeigte sich dann auch schnell eines unserer Probleme: Bolton springt nämlich mir nämlich nur sehr unwillig entgegen bzw. entgegen meiner Laufrichtung. Schwenke ich dann noch meinen Führarm zu hektisch und schnell zurück (was Philipp direkt erkannt hatte), so spirngt Bolton gar nicht mehr und verweigert...  Bisher habe ich mir dann meist beholfen, in dem ich mich etwas mitgedreht habe, also etwas einen Belgier angetäuscht habe, aber das stört natürlich sehr den Laufrythmus und führt zu großer Unruhe in den Bewegungen. Philipp verlangte daher,  bei den beiden Varianten  ohne Drehungen immer vorwärts zu laufen...

Das war dann die erste  große Hausaufgabe, die ich von Wiesbaden mitgebracht habe, nämlich mit Bolton zu trainieren, dass er auch an mit vorbeit nach hinten bzw. um mich herum springt, ohne dass ich ihm mit eine leichten Drehung helfe...

Es folgten dann an dem Nachmittag noch einige weitere Übungen und Sequenzen, die verschiedene Wechseltechniken zum Schwerpunkt hatte, insbesonder langgezogene Belgier und Franzosen.  So ging der erste Tag viel zu schnell vorbei und ich freute mich schon auf den 2. Seminartag...

Am Sonntag gab uns Philipp dann längere Sequenzen und kleine Parcours vor. Auch hier lagen die Schwerpunkte wieder bei der Optimierung der verschiedenen Führtechniken und der Laufgeschwindigkeit. So ging es u.a. um das Abholen des Hundes an Tunnelausgängen, Absetzen vom Hund, Variieren der Laufgeschwindigkeit und auch in bestimmten Situationen das Führen hinter dem Hund (z.B. das "Vor-Weg").  Beim "Vorweg" machte ich dann zeitweise einen meiner  typischen Fehler, nämlich zu weit vor dem  Hund zu laufen und dann auf einmal vor der Hürde zu stehen, über die er eigentlich "vor" springen sollte.  Und wenn ich dann mich dann auch noch zu früh zur Seite bewege (nämlich bevor der Hund abgesprungen ist), dann springt Bolton eben nicht und verweigert..   Das war also eine weiter "Hausaufgabe"...

Hier mal zwei der gestellten Trainingsparcours:


Wie zu sehen standen darin auch die üblichen Geräte mit den (zumindest von mir) "gefürchteten" Kontaktzonen. Daran laboriere ich mit Bolton ja schon 1,5 Jahre herum, ohne dass seine Zonen wirklich viel besser geworden wären. Das mit dem Neuaufbau der Zonen (2on2off) eingeführt Target beachtet Bolton irgendwie nicht oder zumindest zieht es bei ihm nicht, d.h. es ist für ihn irgendwie keine Motivation, schneller die Geräteabgänge herunter zu laufen.  Dementsprechend langsam (mehr oder weniger) läuft Bolton dann die Abgänge herunter bis er sich dann, oft nach gewissen Denkpausen und unter Missachtung des Targets, in die 2on2off-Position begibt (meistens).

Philipp hat unser Probleme natürlich auch gleich gesehen und mir dann auch einige Hinweise gegeben und Möglichkeiten aufgezeigt, wie ich diese vielleicht lösen kann. Interessant in diesem Zusammenhang war, dass Philipp (entgegen einigen anderen Meinungen) die Auffassung vertrat, dass es durchaus Hunde gibt, die sich nicht so stark über das Target motivieren lassen und bei denen dieses dann auch nicht so effektiv beim Kontaktzonenaufbaue eingesetzt werden kann...

Da Bolton aber sehr stark auf Spieli bzw. Bällchen reagiert, hat Philipp empfohlen, Bolton damit möglichst stark zu motivieren (also möglichst viel Trieb auf zu bauen) und dann Bolton mit dem Bällchen möglichst schnell die Zonen herunter zu ziehen. Das war zunächst für uns eigentlich nichts besonderes, denn so versuche ich das schon den ganzen Winter, das Neue war aber, dass Philipp mich anwies, Bolton nicht in der 2on2off Position anzuhalten, sondern ihn mit dem Spieli unten über die Zone hinweg zu ziehen und dann nach vorne zu bestätigen. 

Dies soll ich jetzt erst mal ca. 3-4 Wochen so machen, bis Bolton gelernt und sich angewöhnt hat, die Zonen wieder schneller und motiviert herunter zu laufen. Erst dann soll ich wieder zur 2on2off - Position übergehen. Philipp nimmt an, dass ich mit der derzeitigen Methode, d.h. dem Bestehen auf 2on2off, vielleicht etwas zuviel Druck auf Bolton aufbaue bzw. aufgebaut habe, so dass er dann unsicherer und langsamer wird und quasi "klemmt"... Durch das Durchziehen mit dem Spieli soll er erst mal wieder mehr Spaß und Lust am Runterlaufen der Zone bekommen und nicht schon oben daran denken, dass er unten anhalten muss...



Zum Schluss hat Philipp dann nochmal eine kleine, knifflige Sequenz aus 5 Sprüngen und einem   u-förmigen Tunnel gestellt, bei der der Tunnel und eine in der Mitte  zwischen den Ein/Ausgängen stehen Hürde mit verschiedenen Wechseln mehrfach zu laufen war.  Da so langsam die Konzentation nach ließ, war es gar nicht so einfach, sich die vielen "Kringel" zu merken. Philipp meinte dann auch dazu, dass das noch ein bisschen "Kopfkino" sei...



Damit ging dann ein wirklich sehr interessantes Seminar zu Ende, bei dem ich vieles gelernt und auch einige neue Ideen erhalten habe.  Jetzt liegt es an uns, diese zu Hause zu üben und zu trainieren.  Eins steht für mich auf jeden Fall fest: ich war sicher nicht das letzte Mal bei Philipp...  :-)

Donnerstag, 31. März 2011

26./27.03.2011, Agi Turnier bei der HSG Ratingen

Vergangenes Wochenende war mal wieder Ratingen angesagt. Bei den Turnieren letztes Jahr hat es mir dort immer gut gefallen und mit einem positiven Gefühl läuft es sich ja bekanntlich auch im Parcour besser. Also hatte ich möglichst pünktlich gemeldet und freute ich dann auch über eine Zusage für beide Tage... :-)

Doch was sollte  / konnte ich bei dem Turnier dieses Jahr erwarten?  Es war unser zweiter Versuch in der A3 und seid unserem letzten Turnier Anfang Februar in der Halle in Rheydt hatte es einige motivierende aber auch einige etwas frustrierende Trainings gegeben. Bei den beiden letzten Trainings ist es aber sehr gut gelaufen, so dass ich eigentlich recht zuversichtlich nach Ratingen gefahren bin...


Samstag, 26. März 2011
Als Richter fungierte an diesem Tag Hans Günter Hertrich. Seine Parcours waren recht interessant und teilweise für meinen Geschmack für Large-Hunde recht eng. Trotzdem ließen sie sich rund führen, waren allerdings durch die Enge und einige kräftige Verleitungen (besonders bei der A3) sehr selektiv.   Vor allem eine Tunneleingang direkt neben dem Stegaufgang war für viele Hunde doch sehr verleitend, so dass zum Schluss von 23 Hunden nur 6 Hunde ohne DIS durch kamen und davon nur 2 Hunde fehlerfrei blieben...

A-Lauf
Bei der Begehung sprang mir natürlich gleich die o.g. Tunnelverleitung ins Auge und ich überlegte mir verschiedene Varianten, wie ich Bolton an dem Tunneleingang vorbei auf den Steg "geleiten" könnte.  Da ich aber auch für die davor liegenden Sprungsequenz irgendwie keine "runde" Lösung fand, war ich mir auch beim Stegaufgang nicht sicher.. . "Menschlich" denkend entschied ich mich dann dafür, links am Steg vorbei zu laufen und dabei am Aufgang  zu versuchen, den Tunneleingang mit der Hand abzublocken.  Den restlichen Parcour empfand ich dann für unseren Leistungsstand als durchaus machbar...

Das Turnier begann mit der A3 Large und ich durfte  mich als 6. Starter versuchen.  Die 5 Hunde vor uns liefen alle DIS, die meisten an der Tunnelverleitung am Steg. So gewarnt ging ich zum Start. Als wir nach Sprung 4 auf den Steg zu liefen, konzentrierte mich voll darauf, mit dem Arm den Tunneleingang zu blockieren.....  Und was macht Bolton ????  Er läuft zielstrebig ohne zu zucken unter meinem Arm durch in den Tunnel! !!  :-(    =>  DIS schon am 5. Hindernis...  :-((

Der Rest lief dann, abgesehen von eine sehr langsamen Stegzone, recht gut und flüssig.  Alle Wechsel, die ich mir überlegt hatte, funktionierten  und wir schafften die verbleibenden Hindernisse dann fehlerlos.

Hier das Video zum A-Lauf:



Bei der Betrachtung des Videos fiel mir dann auch gleich mein Hauptfehler am Stegaufgang auf: ich hatte als Mensch und nicht als Hund gedacht..  Aus Boltons Sichtwinkel habe ich nämlich genau auf den Tunnel gezeigt und ihn, unterstützt durch meinen Laufweg leicht nach links, geradezu perfekt hinein schickt. wäre ich rechts am Steg vorbei gelaufen und mich vielleicht  nach der letzten Hürde etwas abgesetzt, wäre Bolton mir vermutlich auf den Steg gefolgt, ohne auch nur den Tunnel  zu beachten..   Schade, da hat eigentlich nicht viel gefehlt. Dieses DIS ärgerte mich im Nachhinein noch mehr, denn letztendlich blieben ja nur 2 Hunde fehlerfrei und wir wärem ohne dieses DIS mindestens auf dem 3. Platz gelandet...


Jumping
Nun lagen meine Hoffnungen (mal wieder) auf dem Jumping, wo ich in der Vergangenheit ja meist mehr Glück gehabt habe. Mit dem 1. Platz im Jumping bei unserem letzten Turnier im Hinterkopf wollte ich auch in Ratingen versuchen, möglichst schnell um den Parcour zu kommen und rechnete insgeheim für mich wieder mit einem Platz unter den ersten 5 Hunden. Den Jumping Parcour empfand ich bei der Begehung zwar nicht so prickelnd, aber ich mit etwas Glück hielt ich einen fehlerfreien Lauf für möglich...

Doch schon am 4. Hindernis holte mich die Wirklichkeit wieder ein und zurück aus meinen doch wohl zu hoch angesetzten Erwartungen. Diesen Sprung lief ich zu weit links und aus einem flaschen Winkel an, aus dem Bolton dann nicht das geplante "Vor Weg" machte und verweigerte..  Damit bekam dann auch meine eigene Motivation einen ersten Dämpfer, die dann nochmals sank, als Bolton wenig später zu früh aus dem Slalom sprang, den er sonst immer sehr sicher arbeitet.   Und als Bolton dann ungefähr in der Mitte des Parcours vor einer Bürstenhürde nochmal verweigert, hatte war ich schlagartig so frustriert, dass ich "aufgab" und den Lauf abbrach.   Im Nachhinein ärgert mich diese Reaktion zwar, aber ich war in diesem Moment so gefrustet, dass ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. Schade, denn ein Lauf mit 2 Vw und 1 Pf wäre hätte doch etwas besser in der LK ausgesehen als ein DIS...

Hier das Jumping im Video, auch wenn es allenfalls zeigt, wie man es nicht machen sollte... ;-)





Sonntag 27.März 2011
Nach dem etwas frustrierenden Samstag hatte ich mir für diesen Tag vorgenommen, lockerer zu laufen und mich nicht selber so sehr unter Druck zu setzen. Zum positiven Gefühl trug auch bei, dass sonntags Kirsten Brox als Richterin angekündigt war, deren Parcours mir schon genau ein Jahr zuvor in Ratingen sehr gut gefallen hatte.

A-Lauf
Auch in diesem Jahr gefiel mir der Parcour von Kirsten wieder ausgeprochen gut. Als etwas knifflig empfand ich bei der Begehung die Tunnelverleitung nach dem 2. Sprung. Diese war im Realen übrigens deutlich enger als auf dem Parcourplan, aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich Bolton mit leichtem Stellen und Rückwärtslaufen daran vorbei bekommen würde.  Im weiteren Verlauf gabe es noch zwei Sprünge, an denen das "außen" einsetzen wollte, das ich mit Bolton in letzter Zeit bei unserm Gartentraining zu Hause geübt hatte.  Außerdem hatte ich mir auch vorgenommen, Bolton an den Kontaktzonen mehr zu helfen und zu motivieren...

Hier der Parcour von Kirsten:



Alles in allem empfand ich den Parcour etwas einfacher als am Tag zuvor und freute mich dann auch auf den Start.    Der Start gelang gut und auch die Tunnelverleitung war wie geplant kein Thema für Bolton.  Leider dreht sich dann Bolton beim kurz danach folgenden kurzen "U"-Tunnel im Eingang wieder um und sprang wieder heraus!  Damit hatten wir wieder mal schon zum Beginn der Laufs eine Verweigerung und meiner Hoffnungen  auf meinen ersten fehlerfreien A-Lauf in der A3 dahin.  Trotzdem bemühte ich mich, konzentriert und motiviert weiter zu laufen, was mir m.E. auch recht gut gelang.  Auch die Kontaktzonen klappten diesmal für unsere Verhältnisse sehr gut.... bis auf die A-Wand... :(.  Am Abgang lief Bolton zwar recht zügig bis nach unten, sprang dann aber mit einem kleinern Hüpfer gleich komplett mit allen Vieren ins Gras...  Mit der Verweigerung im Hinterkopf zögerte ich dann  nicht, Bolton sofort zurück zu setzen und ihn die Zone nochmal arbeiten zu lassen.  Kirsten disqualifizierte uns natürlich gleich und war etwas überrascht von meiner Reaktion, weil sie in diesem Moment wohl nicht mehr an die Verweigerung gedacht hatte.  Der Rest lief dann wieder super und auch das letzte "außen" vor dem Zielsprung klappte prima.   Insgesamt war ich mit dem Lauf zufrieden und auch mit dem DIS hat er mir Spaß gemacht.

Hier der Lauf im Video


Die Verweigerung am Tunnel hat mich dann nachher doch etwas geärgert, hätte ich mich nicht so schnell zur Seite bewegt, wäre Bolton wahrscheinlich durchgelaufen...


Jumping
Nachmittags gabs dann natürlich noch das Jumping.  Auch diesmal gefiel mir der Parcour sehr gut und "machbar".

Hier der Parcourplan:


Die einzigen Stellen, an denen ich bei der Begehung etwas länger überlegen musste, waren wieder die Tunnel. Beim ersten langgestreckten gabe es zwei Lauflinien, entweder den Hund möglichst aus Distanz zum btzw. in den Eingang schicken und ihn am Tunneleingang "abholen" oder eben mit dem Hund zum Tunnel laufen, ihn reichschicken und hinter ihn wechseln und dann auch den folgenden Sprung von der anderen Seite führen...   Ich entschied mich für die erste Variante, da wie ähnliches bei einem der letzten Hallentrainings geübt hatten und ich mir ziemlich sicher war, dass sich Bolton zum Eingang schicken ließ. Im weiteren Verlauf folgte dann noch ein kurzer, gewinkelter Tunnel, bei dem ich den etwas längeren Weg außen herum laufen wollte, da ich bei dem kürzeren inneren Weg nach dem Tunnel einen zusätzlichen Wechsel hätte machen müssen und mir wegen der Kürze des Tunnels die Gefahr einer Kollosion mit Bolton zu groß war...

Soweit mein Plan bei der Begehung.  Um es kurz zu machen: der Plan funktioniert recht gut, nur am Sprung nach dem langestreckten Tunnel habe ich Bolton in einem zu flachen Winkel heran geführt und/oder zu wenig Hilfen gegeben. Bolton lief vorbei, somit hatten wir dann die nächste Verweigerung an diesem Wochenende.  Da es bei diesem Fehler blieb und wir diesmal auch kein DIS kassierten, landeten wir mit diesem Lauf auf Platz 16 von 25 Hunden...

Hier das Video dazu:


Rückblickend war ich mit meinen Läufen eigentlich grundsätzlich zufrieden. Es hat nicht viel gefehlt zu unserem 1. fehlerfreien Lauf in der A3.  Die Fehler, die wir gemacht haben, wären mit etwas weniger Hektik und innerem Druck meinerseits sicher vermeidbar gewesen. Leider fällt es mir im Eifer des "Gefechts" immer sehr schwer, mehr auf Sicherheit und mit dem Ziel "Nullfehler" zu laufen, aber daran muss und möchte ich arbeiten. Ich habe mir vorgenommen, bei den nächsten Läufen weniger auf eine möglichst schnelle Zeit  sondern mehr auf möglichst wenig Fehler zu achten.  Mal schauen, ob mir das gelingt... ;-)

Freitag, 25. Februar 2011

Agility Seminar mit Florian Cerny in Dorsten am 19./20. Februar 2011

Schon im letzten  Jahr, wo die Trainingsmöglichkeiten für den Winter noch nicht klar waren, hatte ich mich für das Seminar bei Florian angemeldet. Das Seminar fand in der neuen Halle des Hundsportzentrums Dorsten von Melanie Lehmann statt. Die Halle hat einen festen, aber trotzdem dämpfenden und sehr gut zu laufenden Sandboden, und auch die restlichen Rahmenbedingungen, die Melanie organisiert hatte, stimmten.
Übernachtungsmöglichkeiten bestanden u.a. in einem nur 900m entfernt gelegenen Hotel, so dass man abend nicht mehr so weit herumfahren musste.





Die Teilnehmer kamen aus fast ganz Deutschland und waren in 3 Gruppen aufgeteilt, eine Gruppe mit 5 Teilnehmern und zwei Gruppen mit je 4 Teilnehmern. Ich war mit Bolton in die mittlere Gruppe mit 4 Hunden eingeteilt, in der wohl die Teilnehmer mit dem Leistungs-bzw. Ausbildungsstand der Klassen A2 und A3 zusammen gefasst waren. Nach meinem Eindruck war aber der Leistungsunterschied zwischen den Gruppen bzw. den teilnehmenden Teams und auch die Unterschiede in den Parcours, die Florian stellte, recht gering, d.h. alle Teilnehmer liefen mit ihren Hunden auf einem recht hohen Niveau.

Das Seminar begann nach der Begrüßung und der Klärung organisatorischer Fragen durch Melanie mit dem gemeinsamen Aufbau des "Samstag"-Parocurs.  Florian hatte für jeden  Tag einen eigenen Parcour mitgebracht, aus dem dann verschiedene Sequenzen mit ca. 13-15 Hindernissen je nach Gruppe und Trainingseinheit unterschiedlich zu laufen waren. Jede Gruppe war einmal vormittags und einmal nachmittags an der Reihe und während jeder Trainingseinheit gab Florian jeweils 2 verschiedene Verläufe vor, so dass man am Ende des Seminars insgesamt 8 verschiedene Parcours gelaufen war.




Dabei steigerte Florian die Schwierigkeit von Durchgang zu Durchgang. So war der erste Parcourverlauf am Samstag Morgen nach meinem Empfinden noch vergleichsweise einfach, steigerte sich dann aber von Mal zu Mal...   Noch kniffliger wurde es dann am Sonntag Vormittag, wo Florian die Parcourverläufe z.t. so gestaltet hatte, dass man manche Ecken nur dann sauber und schnell laufen konnte, wenn man die entsprechenden Hürden in die "richtige" Richtung umrundete dann mit einem schnellen (oft blinden) Wechsel zum nächsten Hindernis spurtete.

Mit den Läufen, die ich mit Bolton zeigen konnte, war ich eigentlich recht zufrieden. Anfangs war ich noch recht verkrampft und zu hektisch, aber das besserte sich dann von Lauf zu Lauf. Problemstellen konnte ich nach Florians geduldigen Erklärungen meistens recht gut meistern. Vieles hatte ich auch schon beim regelmäßigen Training und auf anderen Seminaren gehört, aber man vergisst mit der Zeit doch wieder einiges...



Rückblickend sind mir einige Dinge besonders im Kopf geblieben: 
Da wären zuerst, wer hätte es gedacht ;-), die Kontaktzonen. Diese sitzen bei Bolton trotz des ganzen Wintertrainings immer noch nicht so richtig, auch wenn er in Dorsten eigentlich immer bis runter ins "2on2off" lief (also nicht abgesprungen ist). Aber er läuft halt immer noch sehr langsam und zögerlich die Abgägne hinunter, da muss ich unbedingt noch dran arbeiten. Dass sich Bolton in Dorsten angewöhnt hatte, den "Click" des Clickers als Auflösekommando zu verstehen, möchte ich nur am Rande erwähnen... ;-).

Als nächstes ist mir mal wieder ein "Basic"aufgefallen,  das wir immer noch nicht beherrschen, das aber gerade jetzt in der A3 doch mitunter recht hilfreich sein kann, das "weg".  Das "weg" hatte ich zwar schon im letzten Jahr mit Bolton geübt, aber bisher halt nur an der Hand und ohne Geräte.  In Verbindung mit Geräten klappts aber noch nicht. So musste ich Bolton in einer von Florians Aufgaben links geführt nach der A-Wand Kontaktzone nach links in einen unter der A-Wand velaufenden Tunnel(eingang) schicken, was mir aber ohne einen "Kringel" in die falsche Richtung erst nach mehreren Versuchen funktionierte. Hieran müssen wir unbedingt noch arbeiten, ebenso wie am "weg" hinter Sprüngen...  

Was inzwischen erfreulicherweise (halbwegs) funktioniert, ist das "außen".  Das arbeitet Bolton schon recht gut, muss aber noch deutlich gefestigt werden.

Was Florian ebenfalls aufgefallen ist (und mir beim Laufen auch ;-), ist mein etwas übetriebenes Bemühen, Bolton an allen Hindernissen zu helfen. Vielfach müsste ich ihm einfach mehr vertrauen und in an einigen Stellen einfach selbstständiger arbeiten lassen.  Nur dadurch kann man sich oft nur den Raum oder den Vorsprung verschaffen, den man für bestimmte schnelle Lauflienien und Wechsel mitunter benötigt..   Das war mir natürlich auch vorher schon klar, wurde mir aber beim Seminar noch einmal richtig bewusst...

Das Wochenende hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, wir haben einiges neue gelernt, sind aber auch schon bekannte "Problemchen" noch mal intensiver angegangen. Die nette, freundliche und auch geduldige Art von Florian hat natürlich mit zur guten Stimmung beigetragen.

Nachfolgend noch ein paar optische Eindrücke von dem Wochenende:


Freitag, 11. Februar 2011

Frust und Glück eng beieinander: unser erstes Turnier in der A3, 6. Februar 2011, EKV Übach-Palenberg

Nach unserem Aufstieg in die A3 am Samstag in Marl Frentrop hatte ich gleich sonntags für das nächste Turnier gemeldet. Telefonisch hatte ich dem Veranstalter schon auf der Heimfahrt von Marl Frentrop mitgeteilt, dass ich nicht wie gemeldet in der A2 sondern nun in der A3 starten wollte.  Das Tunrier des EKV Üach Palenberg fand wie schon einige andere auch in der Reithalle Barthelmes in Rheydt Giesenkirchen statt. Leider ist diese Halle nicht zu vergleichem mit der in Marl-Frentrop, d.h. sie ist recht duster und eng, aber im Winter gibt es halt nicht so viele Turniermöglichkeiten. Mit im Auto saß wieder Ivonne, die diesmal mit Less in der A1 Large und mit Lucky in der A3 midi gemeldet hatte.  Da wir früh genug losgefahren waren, konnten wir für uns und unsere Hundeboxen und Stühlchen noch eine Platz in dem dafür abgetrennten Bereich der Halle ergattern. Erfahrungsgemäß geht es nämlich in dieser Halle immer sehr eng zu. Beim Blick auf die schon aushängende Starterliste fand ich uns unter den A3 Startern wie schon fast befürchtet ganz oben wieder. Als Aufsteiger war ich als 2. Starter an der Reihe, was mir arge Kopfschmerzen bereitete, da ich immer etwas Zeit brauche, einen Parcour im Kopf zu verarbeiten.  Erschwerend kam auch noch hinzu, dass die Klasse A3 mit den Large-Hunden begann, ich hatte daher nach der Begehung kaum Zeit bis zum Start...

Richter war an diesem Tag Christoph Gotthardt, der interessante und durchaus anspruchsvolle Parcours stellte. So richtig begeistern konnte mich dann der A3 Parcour aber nicht, da an 2 Stellen Fähigkeiten vom Hund verlangt wurden, die Bolton (noch) nicht so richtig beherrscht, nähmlich das Vorarbeiten und Arbeiten auf Distanz.  Denn schon nach den ersten beiden Sprüngen ging es auf einen Tunnel zu, der S-förmig unter der A-Wand lag. Da ich mit Bolton schon den ganzen Winter besonders die Kontaktzonen trainiere, war mir bei der Begehung gleich klar, dass ich die verleitende A-Wand auf jeden Fall blocken und Bolton eng in den Tunneleingang führen musste.  So konnte ich danach natürlich unmöglich schnell genug auf die andere Seite der Wand an den Tunnelausgand und die nächsten Sprünge gelangen. Hier musste ich also irgendwie "tricksen" und ggf. auch Bolton zurückrufen..     Im letzten Parcourdrittel ging es dann gleich noch einmal durch diesen Tunnel, diesmal aber aus der anderen Richtung. Auch hier sah ich bei der Begehung wenig Chancen, in Höhe von Bolton am Tunnelausgang zu sein.Diese zwei Knackpunkte gingen mir dann auch in der kurzen Zeit bis zum Start ständig durch den Kopf..

A-Lauf
Dann waren wir an der Reihe:  nach dem Start zog Bolton erwartungsgemäß stark auf die Wand zu und ich konnte ihn nur durch Blockieren der Wand und lauter Stimme in den Tunnel "zwingen". Dadurch war ich natürlich hinter dem Tunnel bzw. der Wand zu spät dran und konnte Bolton nur mit Stimme und wildem "Armrudern" gerade noch auf den rechten Weg bringen. Das sah zwar nicht schön aus, hat aber irgendwie funktioniert..  Der weitere Parcour klappte dann erst mal, wenn auch sehr hektisch, nervös und entsprechend eckig...    Dann ging es wieder aus der anderen Richtung auf die Wand und den Tunnel zu, wieder war ich hinter dem Tunnel zu spät, Bolton drehte sich zu mir um und lief am danach folgenden Weitsprung vorbei.. => Verweigerung.   Der Rest lief dann wieder so dass ich nach dem Zielsprung doch relativ zufrieden war: nur 1 Verweigerung für den ersten A3-Lauf war ja ok...   Das dachte ich zumindest so lange, bis ich mich umdrehte und der Richter mir zurief, dass ich wohl einen Teil des Parcours, nämlich die A-Wand, vergessen hätte...!!!  Ich war also ein DIS gelaufen... :-(

In diesem Augenblick fiel mir beim besten Willen nicht ein, wo ich denn im Parcourverlauf die A-Wand denn an der Reihe gewesen wäre. Ich hatte mich so sehr auf die Probleme am Tunnel konzentriert, dass ich die A-Wand komplett vergessen hatte!  Wäre ich nicht gleich als 2. Starter der A3 an der Reihe gewesen, wäre mir das vielleicht beim Zuschauen der vorher laufenden Starter noch aufgefallen...    Wirklich dumm gelaufen... :-((   Entsprechend frustriert war ich danach. Dieses DIS wäre locker vermeidbar gewesen...

Hier der Chaoslauf im Video:



Jumping
Nach dem blöden Fehler im A-Lauf wollte ich mich nun aufs Jumping konzentrieren.  Die Anfangssequenz des Parcours war mit einen langen Geraden bestehen aus Mauer, Weitsprung und einem geraden Tunnel sehr schnell. Hier wollte ich spurten, so schnell es geht, um dann Bolton am Ende des geraden Tunnels weiter geradeaus in den nächten, gewinkelt liegenden Tunnel zu schicken.  Vor der folgenden Welle wollte ich Bolton etwas stellen, damit er nicht so weit raus springt und die dahinter liegenden Sprünge weniger verleitend wirken. Danach ging es dann diagonal durch die Halle zum Slalomeingang, wo ich auch unbedingt bei Bolton sein wollte, um ihm am Eingang zu helfen.. Zum Schluss gabs dann nochmal eine schnelle Passage mit Tunnel, Reifen und einer 2er Kombination, nach der man nach rechts Richtung Zielhürde abbiegen musste. Hier war mein Plan, nach dem Reifen einen Franzosen zu machen, um Bolton nach der Kombination besser in Richtung Zielhürde ziehen zu können.

Soweit mein Plan bei der Begehung. Erfreulicherweise begann das Jumping 3 mit den Mini- und Midi-Hunden, so dass ich mir meinen Laufplan (diesmal besser) einprägen konnte.  Dann war die A3 und ich gleich als 2. Starter wieder an der Reihe.  Um es vorweg zu nehmen:  es lief fast perfekt.  Am Ende der "langen Geraden" zu Beginn des Parcours ließ sich Bolton  relativ gut in den folgenden Tunnel schicken, die Welle funktioniert auch und auch am Slalomeingang war ich wie geplant zur Stelle.  Zum Schluss konnte ich mich am letzten Tunnel genügend absetzen, um problemlos nach dem Reifen den geplanten Franzosen machen zu können, und dann waren wir auch schon durch...., und das ohne Fehler!!! :-) . Meine Freude war riesig, gleich ein Null-Fehlerlauf beim ersten Jumping in der A3, das hatte ich zwar irgendwo gehofft aber nach dem verpatzten A-Lauf nicht mehr so richtig geglaubt.  



Rein subjektiv kam mir der Lauf  für unsere Verhältnisse auch recht schnell vor, zumindest hatten wir keine gravierenden "Schnitzer" gemacht, wo wir Zeit vorloren hätten.  Als Zweiter gestartet begann nun das lange Warten. Es gab einige schöne, schnelle Läufe zu sehen, aber auch viele DIS. Leider hatte ich meine gelaufene Zeit nicht mitbekommen, so dass ich es kaum erwarten konnte, bis endlich die Ergebnisliste ausgehangen wurde..   Und wo stand darauf Bolton????    Ganz oben, auf Platz 1 !! :-)))))



Ich konnte mein Glück kaum fassen. Das erste Jumping in der A3 und gleich gewonnen!  Davon hatte ich vielleicht in "kühnsten" Träumen ein bischen geträumt (wer träumt nicht gerne vom Treppchen ? ;-) ), aber nie im Leben damit ernsthaft gerechnet.  Damit war natürlich der Frust vom A-Lauf endgültig vergessen..


Spiel
Zum Schluss der Veranstaltung folgte noch ein Spiel. Eigentlich hatte ich daran ehrlich gesagt nach dem tollen Jumping überhaupt keine Lust mehr. Erfreulicherweise gab es kein Spiel im eigentlichen Sinne, sondern eher ein schneller, sehr flüssig zu laufende Jumping Parcour ohne Slalom, dafür aber mit vielen Tunneln, in dem man sehr gut schnelles Laufen und flüssige Wechsel "trainieren" konnte. Nach dem Erfolg beim Jumping bin ich dann auch recht locker gelaufen und hatte eigentlich nur an einer Stelle ein Problem als ich über meine eigenen Füße gestolpert und auf die Knie gefallen bin.  Bolton ließ sich aber auch aus dieser Position über die nächte Hürde schicken, so dass wir unseren Lauf fortsetzen und auch ebenfalls fehlerfrei beenden konnten. Durch den Ausrutscher hatten wir aber doch einige Zeit verloren, so dass wir am Ende auf Platz 8 von ca. 60 Hunden landeten (alle Large Hunde).



Damit ging ein überaus erfolgreiches Wochenende zu Ende, das meine Erwartungen und auch Hoffnungen noch weit übertroffen hat und ich nicht mehr so schnell vergessen werde...

Mittwoch, 9. Februar 2011

5. Februar 2011, Agi Turnier beim HSV Marl Frentrop, unser Aufstieg in die A3!

Jupidu!!!!  Wir haben es geschafft... Bolton ist mit einem 0 Fehler-Lauf in Marl Frentrop in die A3 aufgestiegen!

Am Samstag den 5. Februar hatten wir uns für ein Agi-Turnier des HSV Marl-Frentrop angemeldet. An diesem Wochenende fuhr auch wieder Ivonne mit ihren Hunden Less und Lucky mit, so dass wir uns die Benzinkosten teilen konnten.. 

In Marl Frentrop überraschte uns eine großzügige, helle Reithalle. Alles war bestens organisiert. Da wir ja nur einen halben Tag dort verbringen wollten (das Turnier war geteilt organisiert, vormittags A1 u. A2, nachmittags A3), machten wir es uns mit den Hunden und Hundboxen auf der Tribüne bequem und hatten so einen optimalen Überblick über das Turnier.  Richter für die A1 und A2 Starter war Manfred Spiegel, der sehr anspruchsvolle Parcours stellte. Der A1er Parcour war mit einigen heftigen Verleitungen und auch weiteren führtechnischen Anforderungen für die Klasse m.E.sehr schwierig und hätte auch durchaus als A2 Parcour durchgehen können. Ivonne meisterte diesen aber mit Less perfekt und konnte mit einem konzentrierten Lauf die A1 gewinnen..

A-Lauf
Aber nun zu uns bzw. zur A2.  Der A2 Parcour begann nach der Starthürde mit einer quer zu Halle laufenden Welle, die im 90Grad Winkel in den Slalom mündete.  In Verlängerung des Slaloms lag ein Tunnel als Verleitung, das es natürlich nicht in den Tunnel ging, sondern auf den links daneben stehenden Steg...  Etwas kniffelig war dann im weiteren Parcourverlauf noch (neben den für uns immer schwierigen Kontaktzonen ;-)) eine schnelle, in einem leichten Bogen verlaufende Passage bestehen aus Hürde, Weitsprung und Reifen genau auf den Eingang eines U-förmigen Tunnels zu, bei dem aber natürlich der andere, hintere Eingang anzulaufen war. Die Schluss-Sequenz konnte man eigentlich nur von hinten führen, da man auf dem Weg dorthin durch einen weiteren, geraden Tunnel fast zwangsweise hinter dem Hund lief...

Nach dem Start merkte ich sofort, dass Bolton irgendwie nicht bei der Sache war und sich überhaupt nicht auf die Hindernisse konzentrierte. Daher habe ich mir an der 3. Hürde der Welle den eigentlich geplanten Franzosen verkniffen und Bolton  sicherheitshalber mit einem Belgier aufgenommen und zum Slalomeingang geführt.   Am Slalomende habe ich dann ebenfalls mit einem Belgier die Tunnelverleitung geblockt und Bolton auf den Steg geschickt.  Erfreulicherweise wusste Bolton nach dem Slalom wieder, für was wir gekommen waren und arbeitete nun viel besser mit. 

Die Kontaktzonen klappten an diesem Tag halbwegs, d.h. Bolton sprang diesmal nicht ab, war aber erheblich langsamer als im Training. Insbesondere an der A-Wand habe ich elendig lange warten müssen, bis er in die 2on2off Position gelaufen war.

Nach der schnellen Weitsprung-Reifen Sequenz wollte ich Bolton nach rechts zum hinteren Tunneleingang ziehen. Leider habe ich ihn dabei zu sehr angesprochen, so dass er sich zuerst einmal zu mir umdrehte und dann erst nach einem (unnötigen) Kringel in den Tunneleingang lief.  Der Rest lief dann ohne Probleme, auch die Schluss-Sequenz ließ sich wie geplant gut von hinten führen.  Nach dem Zielsprung war ich richtig erleichtert als ich hörte, dass ich für den Kringel am Tunnel keine Verweigerung angezeigt bekommen hatte und wir somit ohne Fehler geblieben waren.

Hier dank Ivonne der A-Lauf im Video:



Meine Freude war riesig, denn damit hatten wir endlich den noch fehlenden 0-Fehler Lauf geschafft, den wir noch als Quali für die A3 benötigten. Als dann endllich die Ergebnis-Liste ausgehangen wurde, bekam ich nochmal einen gehörigen Schreck, denn da standen in unserer Auswerte-Zeile Zeitfehler !!!  Ich hatte durch die Warterei an den Kontaktzonen so viel Zeit verloren, dass wir über die Maximalzeit gekommen waren... Glücklicherweise waren es aber nur 0,99 Sekunden, was lt. Prüfungsordnung aber noch als "0"- Fehler gezählt wird.  Wären wir nur 1/100 Sekunde langsamer gewesen, dann wäre der Zeitfehler als voller Fehler gerechnet worden und wir hätten unseren Aufstieg vergessen können!  Uff... das war wirklich knapp gewesen.  Wenn mir bewusst gewesen wäre, dass wir Gefahr laufen, Zeitfehler zu kassieren, hätte ich niemals so lange an den Zonen gewartet, aber an Zeitfehler habe ich bisher noch nie denken müssen...

Aber so hatten wir es endlich geschafft: Bolton war in der A3...  Ich war wirklich überhappy!!!!  Übrigens sind wir trotz dieses minimalen Zeitfehlers noch auf Platz 3 gelandet, was auch zeigt, dass der Parcour nicht ganz ohne war...

Und hier die Ergebnisliste:



Jumping
Mit diesem guten Gefühl sah ich locker und auch recht gelassen dem Jumping entgegen. Das Jumping wurde als "open" für A1 und A2 zusammen durchgeführt. Bei der Parcourbegehung erschienen mir 2 Stellen als besonders "kritisch:  Gleich nach dem Start,  musste man geradeaus fast durch die ganze Länge der Halle spurten, um dann nach links versetzt über eine Mauer eine dahinter stehende Hürde von hinten zu überspringen.. Hier galt es irgendwie beim Hund zu sein, um diesen über die Mauer und danach in ein "außen" für die dahinter liegende Hürde zu dirigieren. Nach einigem Hin-und Herüberlegen wollte ich diese Sequenz links, d.h. innen laufen, um Bolton dann vor der Mauer leicht auf mich zu zu ziehen und dann über die Mauer in das erwähnte "außen" zu drücken bzw. schicken.
Der zweite Knackpunkt kam im letzten Drittel des Parcours, wo der Hund aus einem geraden Tunnel direkt auf eine Verleitungshürde zulief, aber nicht diese sondern eine nach rechts versetzte springen musste.  Ein ähnliche Situation hatte mich letztes Jahr beim Turnier des PSV Düsseldorf, ein DIS gekostet. Diesmal wollte ich Bolton früher und deutlicher ansprechen...
Soweit mein Plan... Da das Jumping ja als "open" durchgeführt wurde, liefen zuerst die Starter der A1.  Sehr schnell erkannte ich, dass meine Idee, die schnelle Anfangssequenz innen zu laufen, nicht die beste war, denn viele Hundeführer bekamen an der Mauer ihreneHunde nicht mehr ins "Außen", da sich diese meist etwas nach ihnen umdrehten und dann die besagte Hürde von vorne sprangen.   Daher tat ich nun ausnahmsweise das, was man normalerweise nicht tun sollte, ich entschied mich um und wollte dieses Passage nun außen laufen.  Damit war mir aber auch klar, dass ich hinter der Mauer irgendwie "tricksen" musste, da Bolton weder das "außen" noch das "vorweg" richtig kann. Aber besser getrickst als DIS, dachte ich mir...

Zuerst war dann noch Ivonne mit Less an der Reihe.  Sie lief auch außen und machte ihre Sache sehr gut.  Leider war dann Less ausgangs des o.g. Tunnels so schnell, dass sie sich nicht durch Ivonns rufen vom "falschen Weg" abbringe ließ und direkt die Verleitungshürde nahm, was der Richter natürlich mit einem DIS quittierte. Aber ansonsten für den noch sehr unerfahrenen Hund ein sehr schöner Lauf..

Irgendwann waren wir dann dran.  Um es kurz zu machen:  der Lauf klappte fast so wie geplant. Ich spurtete, was das Zeug (bzw. meine Knochen) hielt und kam neben Bolton am  Ende der "langen Geraden" an und konnte ich dann auf saubere Linie nach links über den folgenden Sprung und die Mauer schicken.  Bei dem erwähnten "außen" machte er dann den fast erwarteten "Kringel", um dann aber die Hürde korrekt zu nehmen..   Der Rest lief nach Plan, an der 2. kritischen Stelle, der Verleitungshürde, die auch Ivonne zum Verhängnis geworden war, musste ich recht laut werden, um Bolton in die richtige Richtung zu bringen, aber er reagierte und sprang den richtigen Sprung...

So blieben wir auch im Jumping fehlerfrei und landeten mit unserer Zeit, vielleicht etwas begünstigt durch des viele Disqualifikationen, auf Platz 1 ! :-)  

Hier das Video vom Jumping:



und die Ergebnis-Liste:

So ging ein sehr erfolgreicher Tag zu Ende und die 160km Anreise hatten sich doch "gelohnt"...  Auf dem Rückweg habe ich dann noch beim EKV Übach Palenberg angerufen und meinen Aufstieg in die A3 mitgeteilt..   

Jetzt kann ich es ja zugeben: ein bischen hatte ich ja davon geträumt:  am Samstag in Marl Frentrop aufsteigen und am Sonntag beim EKV Übach Palenberg das erst Mal in der A3 laufen!   .... Manchmal werden Träume auch wahr...  :-))))))